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Studentenkredit

Frau mit Geldscheinen in der Hand

Studentin freut sich über Kredit – Bild: © iko – fotolia.com

Etlichen Krediten am Markt haftet ein etwas schwieriges Image an. Dass gerade Studentenkredite oft von dieser Warnung begleitet werden, liegt vor allem daran, dass sich die angehenden Akademiker zum Teil finanziell übernehmen. Junge Männer neigen scheinbar am ehesten zu solch folgenschweren Fehlern. Schon jetzt sei aber gesagt: Wer Studentenkredite bedarfsgerecht und klug plant, ist auf der sicheren Seite – sowohl was die langfristig angemessene Planung der Tilgung als auch die Konditionen der Darlehen angeht.

Insofern gelten für einen typischen Kredit für Studenten also dieselben Anforderungen wie bei jeder anderen Kreditbeantragung: Sie sollten genau wissen, worauf Sie sich einlassen und welche Belastungen Sie sich auf lange Sicht zutrauen können.

Kleinkredite können nur beim Überbrücken helfen

Dass die Abwicklung bei einem Minidarlehen oder Kleinkredit rascher erfolgen kann, ist in gewisser Weise irreführend. Denn Finanzierungen mit einem maximalen Volumen von 1.000 oder 5.000 Euro mögen für normale Berufstätige kein wirtschaftliches Problem darstellen. Wer jedoch neben dem Studium gar kein oder lediglich ein geringen Nebeneinkommen verbucht, für den sind auch geringe vierstellige Kreditsummen eine Herausforderung. Wer sich dessen nicht bewusst ist, nimmt Ausfälle billigend in Kauf.

Kommt es zu Komplikationen, starten die jungen Kreditnehmer nach Abschluss der Ausbildung bereits mit Geldsorgen ins aktive Berufsleben und sind zudem von negativen Einträgen im Register der Schufa oder einer anderen Auskunftei belastet, weil Kreditraten wiederholt nicht oder zu spät gezahlt wurden. Der Hinweis auf die geringen Darlehenssummen ist ohnehin nur beispielhaft zu verstehen.

Ausgaben für die Ausbildung sollten nicht unterschätzt werden

Denn viele Ausbildungs- und Studentenkredite bewegen sich die Finanzierungssummen durchaus in einem fünfstelligen Rahmen. Mancher Kreditnehmer beantragt Summen jenseits der 20.000 Euro, um wirklich alle Kostenpunkte mit abzudecken. Kurzum: Studentenkredite, aber auch Ausbildungsdarlehen allgemein sollten nicht auf die leichte Schulter genommen werden. Richtig ist ebenfalls, dass die Zahl der Studierenden mit Kreditbedarf in den vergangenen Jahren stetig gestiegen ist. Bildungskredite stehen hoch im Kurs. Ein Grund sind fraglos die seit längerem dem Schulsystem angepassten Studiengänge, die zunehmenden Druck bedeuten. Die Zeit für Nebenjobs fehlt vielen Studenten. Bildungskredite, Ausbildungsdarlehen und ähnlich genannte Produkte sind deshalb beliebt.

Ein Vorzug von Studienkrediten ist darin zu sehen, dass viele Banken in diesem Bereich mit besonders günstigen Kreditzinssätzen werben. Meist wohl eher nicht aus Eigennutz oder sozialem Verantwortungsgefühl, sondern weil die Studenten von heute möglicherweise die Stammkunden mit hohem Einkommen von morgen sind. Als Auslöser für die Suche nach einem Studentenkredit nennen Umfrageteilnehmer viele Punkte.

Dazu gehören unter anderem

  • die Finanzierung eines Urlaubs in den Semesterferien
  • die Finanzierung eines obligatorischen oder freiwilligen Auslandssemesters
  • Ausgaben für Kfz und Miete
  • Anschaffungskosten für Lernmaterialien und besondere Kurse/Veranstaltungen
  • allgemeine Lebenshaltungskosten

Je nach Lebenslage gibt es zahlreiche andere Gründe, weshalb Sie möglicherweise nach Studiendarlehen Ausschau halten. Vielleicht ist die Ursache der Zeitmangel, der das Ausüben einer Nebentätigkeit erschwert oder gar unmöglich macht.

Will ich als Student(in) wirklich einen Kredit aufnehmen?

Allerdings sollten Kreditnehmer in spe an dieser Stelle sehr genau abwägen, ob die Kreditaufnahme der richtige Schritt ist. Mit etwas Glück findet sich doch eine berufliche Chance, ohne dass die universitäre Karriere leidet. Denn: Keine Kreditaufnahme ist immer die beste Lösung, selbst wenn Sie auf extrem preiswerte Studentenkredite stoßen sollten. Jede Finanzierung geht mit Belastungen und Verpflichtungen ein. Ob Sie sich diese zumuten möchten, will gut überlegt sein. Soll es hingegen ein Auslandsaufenthalt an einer ebenso renommierten wie leider teuren Hochschule sein und fehlt es der Familie an den finanziellen Möglichkeiten, bleibt oft nur der Studentenkredit.

In diesem Zusammenhang geht es zunächst um eine unverzichtbare Einsicht. Auch mit einem sehr guten Studienabschluss (vielleicht sogar mit Auszeichnung, Stipendium oder direkter Promotion im Anschluss) ist nicht garantiert, dass Sie direkt in die Riege der Topverdiener einsteigen. Viele frisch gebackene Akademiker müssen gar eine einige Monate auf die erste Anstellung warten, im Ernstfall muss die erste Zeit nach dem Abschluss mit weniger gut dotierten Jobs oder unbezahlten Praktika überbrückt werden. Wer sich dieser Gefahr bewusst ist, sollte sie in die Kreditplanung mit einbinden. Im Einzelfall ist eine höhere Finanzierungssumme ratsam, um mögliche Übergangsphasen zu überbrücken.

Studienfinanzierung mit staatlicher Unterstützung?

Glück können sich Studierende natürlich schätzen, denen die Eltern nicht nur die Miete samt Nebenkosten und eventuell fällige Semestergebühren und Kosten für die Lebenshaltung abnehmen. Können die Eltern nicht aushelfen, kommt vielfach BAföG infrage. Eine Rückzahlung verlangt der Staat im Rahmen der Förderung der beruflichen Ausbildung dennoch in aller Regel. Je nach Studienort reicht der Zuschuss ohnehin nicht zur Finanzierung aller Fixkosten. Studentenkredite müssen deshalb in vielen Fällen noch ergänzend beantragt werden. Die Zahl der Anlaufstellen ist in den vergangenen Jahren zum Glück gestiegen. Der Staat selbst kennt den Bedarf und hat spezielle Förderprogramme geschaffen. Ob ein staatliches oder rein privatwirtschaftlich vergebenes Darlehen die beste Wahl ist, entscheidet die individuelle Situation.

Eine bekannte Adresse für die Vergabe von Studienfinanzierungen: die KfW Bankengruppe. Die frühere Kreditanstalt für Wiederaufbau offeriert spezielle Studiendarlehen. Aber auch viele Filial- und Direktbanken haben Studienkredite im Portfolio. Hier wie dort begegnen jungen Kreditnehmern teilweise Sonderkonditionen. Zudem lernen wir einige wichtige Details kennen, auf die Studenten bei der Kreditauswahl dringend achten sollten. Zu den wichtigen Fragen zum Thema Studentenkredite gehören folgende Fragestellungen:

  1. Werden Kredite zu fixen oder variablen Jahreszinssätzen vergeben?
  2. Welches Studium kann gefördert werden? → Auch Zweitstudium, Promotion, etc.?
  3. Erfolgt die Auszahlung komplett oder Monatssummen?
  4. Kommt eine Kreditaufnahme ohne Sicherheiten und Einkommen infrage?
  5. Wie fallen die Tilgungsoptionen aus?
  6. Wie alt dürfen Antragsteller höchstens sein?
  7. Bis zu welchem Alter können Kredite laufen?

Viele Kreditanbieter, die Studenten mit Finanzierungen die Ausbildung ermöglichen, richten sich nicht nur an Studierende, die ihre Ausbildung in Vollzeit absolvieren.

Studentenkredite auch für Teilzeitstudenten

Faktisch gibt es auch Produkte, die für ein Teilzeitstudium oder eine berufsbegleitende Ausbildung geeignet sind. Ein Erststudium kann immer finanziert werden. Bei Aufbau- und Zusatzstudiengängen hingegen sollten Sie genau vergleichen, welches Darlehen erhältlich ist. Meist gilt bei KfW Studentenkrediten (und ähnlichen Fördermodellen): Ihre Hochschule muss staatlich anerkannt und in Deutschland ansässig sein. Dies kann natürlich auch auf eine Fernhochschule zutreffen. Sofern weiterhin eine Immatrikulation einer deutschen Universität oder Fachhochschule vorliegt, sind vorübergehende Aufenthalte im Ausland meist kein Problem. Idealerweise kennen Sie Ihre geplante Verweildauer an der Uni und die verschiedenen Ausbildungsabschnitte. Denn so lässt sich die Finanzierung besonders präzise auf Ihr Studium abstimmen. Weichen Sie von diesem Plan ab, kann es zu vorzeitigen Rückforderungen kommen.

→ Wichtig BAföG-Empfänger sollten auf Kombinierbarkeit achten!

Nicht jedes Darlehensangebot aus dem Sektor der Studentenkredite kann in Verbindung mit Leistungen nach dem Berufsausbildungsförderungsgesetz beantragt werden. Wer BAföG erhält, sollte dies also am besten frühzeitig mit dem Kundendienst der potenziell geldgebenden Bank klären. Normalerweise finden sich in Kreditbeschreibungen ohnehin entsprechende Vermerke, wenn es um die Anforderungen an Kreditnehmer geht. Studiengänge, die in Gänze an Auslandshochschulen absolviert werden sollen, sind bei geförderten Studiendarlehen übrigens oft ebenso ausgeschlossen wie Studienangebote von Berufsakademien. Wichtig ist außerdem eine deutsche Staatsbürgerschaft, mindestens aber ein deutscher Wohnsitz beziehungsweise eine inländische Meldeanschrift.

Bei einigen Förderprogrammen reicht es, wenn Kreditnehmer in Deutschland gemeldet und Angehörige deutscher Staatsbürger sind. EU-Bürger müssen sich – im Falle der KfW Modelle – seit drei Jahren oder länger in Deutschland aufhalten oder hier gemeldet sein. Einige weitere Alternativen existieren ebenfalls, was einmal mehr für die genaue Lektüre der Bedingungen bei Bildungsdarlehen spricht.

Höchstalter für Studienkredite

Die eindeutige Untergrenze für die eigenständige Kreditaufnahme liegt in Deutschland per Gesetz bei 18 Jahren. Wichtig ist diese Information unter anderem, weil es durch das sogenannte „Turbo-Abi“ zunehmend Studentinnen und Studenten gibt, die minderjährig ins Hochschulleben starten. Hier müssten somit Eltern als Kreditnehmer auftreten, sodass Darlehen letztlich nur noch im übertragenen Sinne ein Ausbildungskredit wären – selbst wenn die Gelder für die Nachwuchs-Ausbildung genutzt werden.

Volljährige Kreditnehmer können allein Finanzierungen beantragen. Je nach Bank fällt das Höchstalter für Studentenkredite recht unterschiedlich aus. Bei einigen Banken sind Darlehen für Erststudium oder die Studienfortsetzung nur bis zum Alter von 30 Jahren möglich. Andere Banken und Kreditinstitute richten sich ausdrücklich auch an Berufstätige im Alter bis 45 Jahren, die neben dem Job an ihrer beruflichen Qualifikation arbeiten möchten.

Wie erfolgt die Auszahlung der Studentenkredite

An diesem Punkt werden die Unterschiede zwischen Bankkrediten und Förderprogrammen besonders deutlich. Während normale Darlehen von einer Bank aus dem Bereich der Ausbildungsfinanzierungen oft wie klassische Ratenkredite als Einmalzahlung dem Bankkonto gutgeschrieben werden, sehen Förderdarlehen meist monatliche Auszahlungen vor. Je nach Dauer der Auszahlungsphase können die Beträge im KfW-Beispiel bei 100 bis 650 Euro pro Monat für einen Zeitraum von maximal 14 Semestern liegen. Daraus ergibt sich eine maximale Kreditsumme von 54.650 Euro. Das Alter zum Studienbeginn ist entscheidend für die maximale Förderdauer. Ähnlich fallen die Höchstsummen auch bei vielen Studentenkrediten privater Banken aus.

→ KfW Förderungen können Interessenten über die normale Hausbank beantragen!

Einiges spricht für die schrittweise Auszahlung der Studentendarlehen. So ist sichergestellt, dass Kreditnehmer nicht über ihre Verhältnisse leben. Dies ist verlockend, wenn auf einen Schlag Summen von bis zu 50.000 Euro ausgezahlt werden. Deshalb orientieren sich auch Deutsche Bank und andere Kreditinstitute an der sukzessiven Auszahlung von Teilbeträgen. Antragsteller tun gut daran, selbst auf diese Vorsichtsmaßnahme zu achten.

Variable Kreditzinsen oder Festzins?

Es gibt einige Studentenkredite am Markt, deren Anbieter generell mit einem variablen effektiven Jahreskreditzinssatz arbeiten. Ideal ist dies nicht, wenn Sie von Anfang an die Gesamtkosten kennen möchten. Ein fester Zinssatz, mindestens aber eine optionale mehrjährige Zinsbindungsfrist wie im Falle der KfW Förderung, erweist sich meist als sinnvoller. Andernfalls können die Jahreskosten für Ihre Finanzierung schließlich während der Laufzeit steigen. Von sinkenden Kreditzinsen ist in der momentanen Niedrigzinsphase unwahrscheinlich.

Wie zahle ich meinen Kredit fürs Studium zurück?

Im Falle eines Studentenkredits wäre ein direkter Tilgungsbeginn logischerweise wenig geeignet, um eine reibungslose Abtragung der Schulden zu erreichen. Deshalb beginnt die Rückzahlungphase bei Ausbildungsdarlehen meist nach dem (idealerweise) erfolgreichen Studienabschluss. Doch auch hier gibt es von Bank zu Bank Abweichungen. In den Verträgen zu vielen Darlehen finden sich Hinweise auf Karenzzeiten. Solche Modalitäten verschaffen Ihnen als Kreditnehmer nach Ausbildungsende einen zeitlichen Puffer. Diese Rückzahlungspausen können im Einzelfall bei bis zu 24 Monaten liegen. Gerade weil der Übergang von der letzten Prüfung zum ersten Arbeitstag oft kein fließender ist, sind diese Übergangsfristen eine merkliche Entlastung der Darlehensnehmer.

Muss ich Nachweise zum Studienverlauf bereitstellen?

Abweichungen wie beim endgültigen Rückzahlungsbeginn gibt es im Übrigen auch mit Blick auf Nachweispflichten zum Studienfortschritt. Insbesondere bei geförderten Finanzierungen sollten Sie darauf vorbereitet sein, regelmäßige Leistungsnachweise vorlegen zu müssen. Für Privatkredite bei einer Bank reichen vielleicht die Immatrikulationsbescheinigungen. Portale wie auxmoney, die zunehmend bei der Vermittlung privater Studentenkredite helfen, werben damit, Darlehen ohne ohne Leistungsnachweise zu vergeben. Nicht einmal eine Studienbescheinigung zur Immatrikulation müssen hier vielfach vorgelegt werden. Wie lange Sie bereits studieren oder an der Uni verweilen werden? Häufig spielt selbst dies keine Rolle – wichtig ist hier nur die Gewährleistung einer lückenlosen und fristgerechten Ratenzahlung. Dafür können Nutzer solcher Studentenkredite am Ende eines jeden Semester vielleicht sogar eine Kreditaufstockung vornehmen, sollte der Bedarf in der Zwischenzeit gestiegen sein.

Dieses Entgegenkommen bedeutet nicht, dass die Finanzierungen in jedem Fall der Königsweg sein müssen. Bei jeder Art Studiendarlehen sollten Sie davon ausgehen, dass Sie das Studium mit Erfolg durchlaufen, um später gute Job- und Gehaltschancen zu haben. Andernfalls ist das Risiko eines Ausfalls während der Laufzeit hoch. Besonders wichtig ist dies bei Angeboten, die eine Differenz zwischen den Zinssätzen in und nach der Studienzeit aufweisen. Anfängliche Zinsrabatte sind entgegenkommend, relevant aber sind die Gesamtkosten für Studentenkredite und dass diese über die gesamte Rückzahlungszeit finanzierbar sind.

Gibt es Zweckbindungen bei Azubi- und Studentenkrediten?

Mit einer Zweckbindung ist bei Studierendendarlehen nicht zu rechnen, hinschauen sollten Sie aber trotzdem genau. Nur so stellen Sie sicher, dass Sie frei über das komplett oder in Raten bereitgestellte Kapital verfügen können. Denn Ausnahmen bestätigen die Regel auch am Kreditmarkt. Die große Mehrheit aller Finanzierungen für Studierende verzichtet auf Vorgaben zur Verwendung der Gelder. Dies bedeutet aber nicht, dass Gelder direkt für den reinen Konsum ausgegeben werden sollten.

Wie hoch sollte der Studentenkredit sein?

Wer BAföG vom Staat erhält und auf eine kleine zusätzliche Unterstützung aus der Familie zählen kann, muss nicht unbedingt die Höchstsummen in Anspruch nehmen. Vielleicht reichen schon 200 bis 300 Euro extra pro Monat, um gut über die Runden zu kommen. Dass Banken gerne auch 20.000 bis 30.000 Euro über Studentenkredite vergeben, heißt nicht, dass solche Summen über ein fünfjähriges Studium unbedingt genutzt werden müssen. Eine genaue Budget-Kalkulation aller Einnahmen und der laufenden Kosten hilft Ihnen, angemessene Finanzierungssummen zu definieren. Jüngere Kunden haben die Fixkosten betreffend oft den Vorteil, dass sie vielleicht noch über die Eltern mitversichert sind oder das Kfz von Mama und Papa bezahlt wird. Denken Sie immer daran, dass der geliehene Euro mit Zinsen zurückgezahlt werden muss! Wenn Sie schon wissen, dass Sie zeitweise den Dispokredit beanspruchen, sollte dieser am besten über den Ausbildungskredit einer Umschuldung unterzogen werden. Zukünftig sollte er dann aber nicht mehr zum festen Monatsbudget gehören.

Laufzeiten bei Krediten für Studierende

Neben dem Alter der Antragsteller hat auch die „studentische Vorgeschichte“ Einfluss auf die Finanzierungsoptionen. Habe ich durch einen Studienwechsel bereits einige Semester hinter mir, können Förderdarlehen entweder gar nicht mehr oder nur über einen kürzeren Zeitraum genutzt werden. Um ein komplettes, neues Studium zu finanzieren, können dann oft nur noch Studentenkredite ohne staatliche Unterstützung beantragt werden. Was den Spielraum über die Regelstudienzeit hinaus angeht: Lesen oder fragen Sie gezielt nach, wie Anbieter arbeiten. Denn durch Krankheit oder nicht bestandene Prüfungen kann es schnell zu einer Verlängerung um ein Semester oder mehr kommen. Geldgeber sollten in solchen kritischen Momenten nicht gleich den Geldhahn zudrehen, sondern eine gewisse Kulanz an den Tag legen. Was die eigentlich Rückzahlungsdauer betrifft, können diese wie bei normalen Verbraucherkrediten zwischen 12 und etwa 120 Monaten im Maximum ab dem Beginn der Tilgung liegen.

Kann ich nachträglich Anpassungen der Konditionen vornehmen?

Vorteilhaft sind optionale Anpassungen der Tilgung natürlich in jedem Fall. Besonders günstig ist es, wenn Sie Korrekturen in beide Richtungen vornehmen können. Gemeint ist: Kreditnehmerfreundlich sind vorrangig jene Darlehen, bei denen Sie die anfangs vereinbarten Kreditraten anheben oder senken können. Denn die Prognosen zum späteren Einkommen und Berufseinstiegsdatum müssen nicht unbedingt den Tatsachen entsprechen. Nicht nur bei zeitversetzt zu tilgenden Finanzierungen sind solche Extras dienlich. Wenn Sie Angebote von Vermittlungsportalen und Banken nutzen, bei denen die Tilgung direkt beginnt (für Berufstätige in berufsbegleitenden Studium ist derlei durchaus praktikabel bei ausreichend hohem Haushaltseinkommen), wirken sich mögliche Anpassungen der Kreditraten und der Rückzahlungsbedingungen insgesamt ebenso positiv aus.

Einige weitere Möglichkeiten, die Sie bei einem optimalen Studentenkredit ausschöpfen können, sind:

  • Sondertilgungen
  • Stundungen der Rückzahlung ohne Mehrkosten
  • vorfällige Kreditablösungen

Veranschlagen Kreditinstitute und Vermittler für diese Besonderheiten Entgelte, sollte dies auf jeden Fall in den Allgemeinen Kreditbedingungen vermerkt sein. Gerade die Vorfälligkeitsgebühr kann schnell zusätzliche Kosten verursachen, die Kreditnehmer für die Kosten-Nutzen-Berechnung kennen müssen. Üblich ist in Deutschland eine Gebühr von bis zu 1,00 % der Restschuld. Sondertilgungen wiederum können bei den meisten Finanzierungen immerhin einmal pro Jahr gratis durchgeführt werden. Teilweise aber gibt es für solche außerplanmäßigen Tilgungen jährliche Obergrenzen oder Karenzzeiten. Erst nach Ablauf einer Anfangsfrist können bei einigen Studentenkrediten Sonderzahlungen vorgenommen werden. Ein unverhofftes Erbe oder ein deutlich besseres Einstiegsgehalt kann eine schnellere oder komplette Tilgung ermöglichen.

Darlehen mit Vermittlungsgebühren und Nebenkosten vermeiden

Ein wichtiger Tipp von Kreditprofis lautet stets, dass Darlehensnehmer möglichst auf Angebote verzichten sollten, bei denen sie Gebühren für die Angebotsvermittlung entrichten müssen. Nimmt man solche Vermittlungsleistungen und Beratungen in Anspruch, sollten Empfehlungen unabhängig, unverbindlich und objektiv formuliert werden. Schließlich wirken sich ausnahmslos alle Gebührenaspekte auf die Kosten für Gesamtkosten für Studentenkredite aus. Das Erfreuliche: Die Liste der gebührenfrei erhältlichen Darlehen ist so lang, dass Sie ohne Probleme auf kostspielige Angebote unseriöser Dienstleister verzichten können.

Kreditraten für Studentenkredite

Die Einschätzung der finanzierbaren Kreditraten sollt neben dem effektiven Jahreszins stets im Mittelpunkt stehen. Die Herausforderung: Raten sollten weder zu hoch noch zu niedrig angesetzt werden. Im Falle zu niedriger Raten dauert die Rückzahlung entsprechend lange, was die Kosten unnötig steigen lässt. Im entgegengesetzten Falle können sich Kreditnehmer durch ihren Studentenkredit wirtschaftlich überfordern. Ein Ausfall kann schwerwiegende Folgen bis hin zur Privatinsolvenz und negativen Einträgen im Register der Schufa haben. Die langfristige „Finanzierbarkeit“ hat somit höchste Priorität. Schon der gelegentliche Verzug bei der Tilgung führt zu Extrakosten durch Rückbuchungen und Mahnungen. Ein sinnvoller Finanzierungsplan ist wichtig, um passende Rahmenbedingungen zu gestalten, die eine konsequente und fristgerechte Tilgung garantieren. Die Ermittlung der laufenden Fixkosten ist in diesem Kontext auch für Studentenkredite relevant.

Berechnungen zum Raten-Budget sollten neben Einkommen diese Kosten enthalten:

  1. Mietaufwendungen inkl. Nebenkosten
  2. Ausgaben für Versicherungen
  3. Lebenshaltungskosten (Lebensmittel und vieles mehr)
  4. Kosten für Kfz oder regelmäßige Bus- und Bahntickets
  5. weitere individuelle regelmäßige Ausgaben (Vereinsmitgliedschaften, etc.)

Überfordern Sie nicht gleich zum Start der Tilgung. Halten Sie am besten Rücksprache mit dem Kundendienst und nutzen Sie auf den Webseiten zur Verfügung gestellte Kreditrechner, die bei der Berechnung genau passender Raten fürs Studentendarlehen behilflich sind. Budgetplaner aus dem Internet sowie die Kontoauszüge und Abrechnungen der vergangenen Monate gegen Gewissheit über alle laufenden Kosten, die auch während der Rückzahlung weiter beglichen werden müssen.

Persönliche Situation ist die Grundlage für Studentenkredite

Sie sehen also, wie umfangreich eine Checkliste zur Vorbereitung Ihrer Studentenkredite ausfallen sollten. Die Art des Studiums und des angestrebten Abschlusses ist ein Kriterium für den Auswahlprozess. Die Ansprüche ans Monatsbudgets spielen ebenfalls eine Rolle. Kann ich eventuell zusätzlich zum monatlichen Auszahlungsbetrag eine gewisse Einmalzahlung abrufen, ist dies gerade zum Start hilfreich. Dann nämlich fallen die finanziellen Belastungen durch die Anschaffung teurer Fachlektüre oder neuer Einrichtungsgegenstände fürs WG-Zimmer oft besonders hoch aus.

Sonderfall Stipendium: Antragstellung kann sich lohnen

Glücklich schätzen können sich nicht zuletzt Kreditnehmer, die Zugang zu Stipendiatenprogrammen erhalten. Wissenswert ist an dieser Stelle, dass ein Stipendium von unterschiedlichen Institutionen vergeben wird. Nicht alle Programme richten sich ausschließlich an die besten Studenten eines Jahrgangs. Natürlich sollten die Leistungen entsprechend ausfallen. Insbesondere hat das eigene Engagement Einfluss auf die Chancen bei der Vergabe von Stipendien, teilweise kann auch eine soziale Ausnahmesituation zu einer Förderung durch Teil- oder Vollstipendien führen. Anträge können Interessenten bei verschiedenen kirchlichen Trägern, Stiftungen, staatlichen Stellen und diversen anderen Einrichtungen gestellt werden. Rückzahlungen solch besonderer Studentenkredite sind hier nicht vorgesehen. Selbst wenn Studierende aufgrund ihrer Selbsteinschätzung nicht von einem Erfolg ausgehen, so lohnt sich der Versuch durchaus.

Private Darlehen von Angehörigen vs. Unterhaltspflicht

Wer Dank der Familie auf BAföG, Förderdarlehen und Studentenkredite verzichten kann, ist meist auf der sicheren Seite. Jedoch wollen auch solche Privatkredite richtig organisiert werden. Ganz gleich, ob die Summen von den Eltern oder Großeltern stammen, ein Kreditvertrag sollte bei einer solchen Geldleihe wie beim normalen Darlehen für die Ausbildung von einer Bank aufgesetzt werden. Diese Information betrifft natürlich nur tatsächliche Kreditvergaben. Für eine Schenkung über die Dauer des Studiums hinweg braucht es keinen Vertrag. Bei höheren elterlichen Einkommen gibt es ohnehin oft keine Alternative, denn bis zum erfolgreichen Abschluss während der Regelstudienzeit des Erststudiums (sofern nicht vorher eine Ausbildung abgeschlossen wurde) besteht in Deutschland sowieso eine Unterhaltspflicht. Kindergeldleistungen bis zur Vollendung des 25. Lebensjahres gleichen die Ausgaben immerhin teilweise aus.

Welche Art Studentenkredit auch immer der klare Favorit sein sollte: Alle genannten Details sollten bei einem langfristigen Finanzierungssvorhaben berücksichtigt werden. So wird kein wesentlicher Aspekt übersehen, der unangenehme Extrakosten oder schlimmstenfalls sogar Ausfälle zur Folge haben könnte.


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