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Kredit für Existenzgründer

Junge Frau am Computer

Existenzgründerin beantragt Online Kredit – Bild: © Anatoly Tiplyashin – fotolia.com

Sie möchten sich Selbstständig machen, in Zukunft als Freiberufler arbeiten oder gar ein Unternehmen ins Leben rufen, das Mitarbeiter beschäftigt? Doch das nötige Kapital für diesen großen Schritt fehlt bisher? Dann sind Kredite für Existenzgründer eine gute Option. Ein Dilemma: aufgrund der fehlenden Sicherheiten und oft sogar Eigenkapitals, das in die Finanzierung mit eingebracht werden kann, gestaltet sich die Kreditsuche für Existenzgründer vielfach kompliziert. Wir haben für Existenzgründer die wichtigsten Tipps und Infos zusammengefasst, damit die Wahrscheinlichkeit Kreditvergabe steigt.

Kredite aus Fördermittel für Selbstständige

Trotz der eigentlichen umfangreichen PR-Aktivitäten vieler Banken weiß mancher Gründer in spe nicht, dass es in diesem Bereich durchaus Möglichkeiten zur staatlichen Förderung gibt. Eine Anlaufstelle für Existenzgründer ist zum Beispiel die in Frankfurt am Main beheimatete KfW Bankengruppe. Sie und ihre Vorläufer-Institute stehen Unternehmern (und übrigens auch Privatpersonen, die Darlehen mit staatlicher Subventionierung für energetisches Sanieren oder Modernisieren des Wohnraums beantragen möchten) in der Gründungsphase mit Rat und Tat zur Seite. Dabei geht es nicht ausschließlich um die Vergabe besonders günstiger Krediten mit Zinsrabatten durch Förderungen durch den Bund und die Länder. Öffentliche Fördermittel können Interessenten außerdem über Programme der EU erhalten, die ihrerseits unternehmerische Selbstständigkeit fördert.

Im gleichen Maße können sich Gründer an die Experten wenden, die wertvolle Tipps zur Gründung geben. Dies gilt von der Erstellung eines Businessplans über die Beantragung der Fördermittel bis hin zu weiteren wichtigen Maßnahmen, mit denen sich Unternehmer in spe zwingend befassen müssen. An dieser Stelle aber soll es freilich um die Finanzierungswege geben, die Ihnen in der Sparte der Kredite für Existenzgründer begegnen.

Welche Kreditsumme benötigt man als Existenzgründer?

Hier ist zu sagen, dass gerade der Kapitalbedarf darüber entscheidet, welche Finanzierungen in der Vorauswahl als interessant erscheinen. Die Freiberufler, die als Einzelkämpfer arbeiten möchten, benötigen je nach Arbeitsbereich oft nur eine kleine finanzielle Starthilfe. Währenddessen benötigt ein Unternehmer mit großen Visionen vielleicht eine hohe sechsstellige Summe, die er über einen Kredit für Existenzgründer beschaffen muss. Klar ist, dass Sie Kredite für Existenzgründer nur dann erhalten können, wenn die zuständige Bank Ihren Ansatz für trag- und zukunftsfähig hält und somit von einer langfristig sicheren Kreditrückzahlung ausgeht.

Bei richtiger Herangehensweise kann im Grunde jeder Freiberufler, Selbstständige und Unternehmer auf Unterstützung bei der Gründung hoffen. Es geht lediglich darum zu wissen, an wen sich die Geldgeber mit ihren Unterstützungsformaten im Einzelnen richten. In diesem Punkt ist die KfW abermals besonders breit aufgestellt, aber keineswegs die einzige Adresse, um bezahlbare Kredite für Existenzgründer zu erhalten.

→ Achtung: Viele Förderdarlehen von Bund und Ländern können rückwirkend beantragt werden!

Dass Sie Fördermittel und -darlehen als Gründer vielfach noch einige Jahre nach der erfolgreichen Existenzgründung beantragen können, ist eine Tatsache, die die wenigsten Gründer wissen. Denn mitunter treten erst nach einiger Zeit kostenintensive Probleme auf, an die man anfangs nicht gedacht hat. Förderdarlehen wie die der KfW können Sie nach eingehender Beratung klassisch über die Hausbank abrufen. Auch wenn Ihre Bank von sich aus keine Informationen auf ihrer Webseite und in Flyern zum Thema bereitstellt, können Sie selbst den Kontakt zum Kundendienst suchen, um Details zu Krediten für Existenzgründer zu bekommen. Dazu gehören auch diverse Beratungsangebote, die schon in der Vorgründungsphase auf Schwierigkeiten und Chancen hinweisen können.

Eigenkapital essentiell für Höhe des Gründerdarlehens

Ein wichtiger Vorteil bei den Fördermitteln ist, dass bei relativ geringen Summen (oft bis zur Obergrenze von 25.000 Euro oder teils darüber) keine Liquiditätspläne eingereicht werden müssen. Solche Anforderungen hingegen sind bei vielen Banken, die Kredite für Existenzgründer offerieren auch bei geringeren Summen notwendig. Dies gilt insbesondere, wenn die Gründung ganz ohne eigenes Kapital erfolgen soll. Die Frage „mit oder ohne Eigenkapital“ ist ohnehin bei vielen Bankdarlehen für Gründer ein Dreh- und Angelpunkt. Dies wird natürlich ein umso wichtigerer Aspekt, wenn Sie Finanzierungssummen im Millionenbereich beantragen möchten, was bei größeren Unternehmungen keineswegs unüblich ist.

An welche Aspekte muss ich vor Kreditbeantragungen als Unternehmer denken?

Ob regionales Förderprogramm, günstiges Darlehen von Direkt- und Filialbanken oder Kapital von anderer Stelle: Im ersten Schritt entscheidet zwangsläufig die Wunschsumme darüber, wer die richtigen Adressaten für Ihre Anfrage sind. Dazu muss zuerst eine finanzielle Bedarfsanalyse aufgestellt werden. Spätestens potenziellen Geldgeber werden Sie danach vor der Kreditvergabe fragen, daher können Sie schon zu Beginn folgende Fragen für sich beantworten:

  1. Welche Kreditsumme benötige ich zur Gründungsrealisierung?
  2. Welche Sicherheiten kann ich vorweisen?
  3. Mit welchen Umsätzen nach der Gründung rechne ich?
  4. Arbeite ich allein oder muss ich Mitarbeiter bezahlen?
  5. Welche laufenden Kosten sind neben der Finanzierung zu bewältigen?

Dies ist schon wegen der oft individuellen Bedingungen Ihrer Gründung nur eine Vorauswahl möglicher Fragestellungen sein.

Was muss ein Existenzgründer noch beachten?

Unerfahrene Gründer, die die zukünftigen Kosten nicht selbst abschätzen können, sollten externe Hilfe beim Steuerberater oder diversen Onlineportalen in Anspruch nehmen. Schließlich beginnt der Aufwand schon weit vor der Kreditbeantragung und Darlehensaufnahme. Bei welcher Behörde muss ich die Gründung anmelden? Welche Informationen möchte das zuständige Finanzamt erhalten? Und welche Versicherungspolicen muss ich unbedingt abschließen? Dies sind nur drei der Themen, mit denen Sie sich vor der Beantragung der Kredite für Existenzgründer befassen sollten. Auch die Überlegung, ob Sie für größere Summen Fahrzeuge und Arbeitsgeräte (Maschinen, PCs , Laptops, Mobiltelefone, etc.) anschaffen müssen oder ob Sie zusätzliche Räumlichkeiten anmieten müssen, wird Einfluss auf die Höhe Ihres Wunschdarlehens haben. Einzelunternehmer, die digitale Dienstleistungen anbieten möchten, können dies vielleicht vom heimischen Arbeitszimmer (nicht vergessen: Im Rahmen der Steuererklärung geltend machen!) aus tun. Sollten Sie aber zum Beispiel als Handwerker tätig sein, benötigen Sie entsprechend geeignete Arbeitsräume und zudem einen Bereich, um Kunden vor Ort zu empfangen, selbst wenn Sie in aller Regel nach Aufforderung bei Partnern oder Kunden eine mögliche Auftragsvergabe verhandeln werden.

Unternehmer sollten Kapitalpuffer einplanen

Euro Geldscheine

Ein Geldpuffer beim Gründerkredit ist wichtig – Bild: © levelupart – fotolia.com

Ob öffentliche Mittel oder normale Darlehen von Banken, die als Kredit für Existenzgründer dienen können: Sie müssen sich mit dem benötigten Bedarf befassen. Dass während der Gründungsphase die eine oder andere Extra-Investition erforderlich sein kann, spricht dafür, Finanzierungen nicht zu knapp zu kalkulieren. Hier zeigt sich ein kleiner Unterschied zum privaten Ratenkredit, bei dem Experten oft vor zu hohen Finanzierungssummen und Monatsraten warnen. Zu etwas mehr Großzügigkeit werden auch seriöse Banken raten, in deren Interesse die planmäßige Tilgung der Kredite ist. Der Grund für das Kalkulieren eines gewissen Spielraums ist der, dass Ihnen nach Vergabe größerer Kredite für Existenzgründer so schnell keine weiteren Darlehen bewilligt werden. Die Kreditwürdigkeit leidet merklich unter einer umfangreichen Finanzierung. Sinnvoll kann es deshalb sein, Kredite auszuwählen, bei denen Banken nach einer vorgegebenen erfolgreichen Tilgungsdauer von Anfang an mögliche Aufstockungen in Aussicht stellen. Dies schafft eine gewisse Sicherheit, falls unvorhersehbare weitere Ausgaben nötig werden.

Welche Darlehen kommen als Kredite für Existenzgründer infrage?

Entscheidend ist an dieser Stelle der Kreditbedarf. Sollten Sie nur einen neuen Computer benötigen, um Ihr „kleines“ Startup mit einer cleveren, aber erfreulich einfach zu realisierenden Idee auf den Weg zu bringen, wird die Beantragung des Kredits für die Existenzgründung meist schnell und mit Erfolg gelingen. Denn hier reicht ein Kleinkredit oder vielleicht sogar Minikredit in Höhe von maximal 1.000 Euro. Selbstredend sollten Sie auch hier gezielt planen. So fallen Ausgaben für Annoncen und Werbung in Printmedien sowie im Internet und die laufenden Kosten für den Betrieb der eigenen Internetseite („Hosting“) je nach Betreuungsaufwand durchaus ins Gewicht. Auch der Internet- und Telefonanschluss gehört auf die Liste der Betriebsausgaben.

Diese müssen auch dann gezahlt werden, wenn Sie zu Beginn erst einmal rote Zahlen schreiben. Die erwähnten Mitarbeitergehälter und die eigenen privaten Fixkosten sollten ebenso in die Berechnungen mit einfließen. Denn die Darlehen sollten so lange alle Unkosten abdecken, bis Sie davon leben können.

Mögliche Finanzierungswege sind

  1. Mini- und Mikrodarlehen
  2. Kleinkredite
  3. klassische Ratenkredite
  4. teils: 0-Prozent-Finanzierungen bei Anschaffungen von Arbeitsgeräten
  5. Leasing für gewerblich genutzte Kfz
  6. explizite Gründerdarlehen von Banken und Sparkassen
  7. Privatkredite

Was die oben genannten Null-Prozent-Finanzierungen angeht, sind mit dem Begriff vorrangig Käufe im Einzel- oder Großhandel gemeint. Diese sollten durchdacht sein, weil viele vermeintlich günstigsten Angebote einer genauen Überprüfung kaum standhalten und versteckte Gebühren erkennen lassen. Besser, Sie finanzieren die Anschaffungen dieser Art ebenfalls mit einem richtigen Kredit, bei dem Finanzierer alle Entgelte transparent darstellen.

Geld von Freunden und der Familie für die Existenzgründung

Die Zahl der Gründerinnen und Gründer, die statt eines normalen Bankkredits lieber ein preiswerteres Darlehen von Verwandten oder Bekannten bevorzugen, ist hoch. Dabei sollten sich zukünftige Unternehmer aber diesbezüglich eine Gefahr vor Augen führen: Leihe ich mir Geld von Familie, Freunden und Bekannten, kann dies zu einer Belastung des Verhältnisses werden. Nach der Pleite werden Sie die vereinbarten Raten möglicherweise nicht mehr zahlen können.

Allerdings kann eine finanzielle Unterstützung von Angehörigen als Eigenkapital positive Auswirkungen auf den Vergabeprozess von Krediten haben. Generell sollten auch für Privatkredite Verträge abgeschlossen werden, die alle wichtigen Bedingungen wie die Kreditsumme, Laufzeiten und Kreditraten enthalten. Sofern es sich nicht um ein zinsloses Darlehen handelt, sollte auch der Jahreskreditzins vertraglich geregelt werden.

Vermittlungsportale als Gelegenheit für viele Gründer

Private Kredite, wie sie auxmoney und vergleichbare Portale vermitteln, sind ebenfalls P2P-Finanzierungen, bei denen Privatpersonen als Geldgeber auftreten. Diese Geldgeber tun dies aber aus Gründen der überdurchschnittlichen Renditen und nicht, weil sie dem Empfängern einen Gefallen tun. Zudem tragen hier mehr oder weniger viele Kreditgeber innerhalb der Community das Ausfallrisiko gemeinsam. Der Schaden für den Einzelnen ist somit überschaubarer als beim Privatdarlehen aus der Familie. Ein weiterer Vorteil für Antragsteller ist die Erhöhung der eigenen Chancen auf Bewilligung, wenn ich höhere jährliche effektive Kreditzinssätze zu zahlen bereit bin. Des Weiteren können Portalnutzer mit Kapitalbedarf durch eine clevere Formulierung des Finanzierungswunsches Einfluss auf die Erfolgsaussichten nehmen. Zudem trifft die Kreditwürdigkeit bei den Portalen oft etwas in den Hintergrund. Zwar stellen Portalbetreiber die Schufa-Abfrage. Die Vergabe aber gelingt hier oft auch bei einem Score-Ergebnis, bei dem normale Banken Anfragen bereits abgelehnt haben.

Einen Knackpunkt weisen diese Geschäftsmodelle aber auf. Sie erhalten diese Kredite für Existenzgründer nur, wenn Anleger die vollständige Kreditsumme bereitstellen, andernfalls verhält das Kreditprodukt nach einer vorgegebenen Frist. Wenn Sie sehr akut Geld benötigen, ist dieser Weg eher nicht der Richtige. Gerade die Beratungsmodelle, zu denen Kreditnehmer bei vielen Banken Zugang im Rahmen der Beantragung eines Kredits für Existenzgründer erhalten, mag für vorsichtige und vorausschauend planende Bankkunden als Schwergewicht unter den Argumenten für den „klassischen“ Ansatz dienen. Keineswegs zu Unrecht. Dieses Zur-Seite-Stehen hat außerdem noch eine positive Komponente. Beratungskunden und Antragsteller werden immer wieder an wichtige Themen und Gründungsaspekte erinnert.

Mythen beim Existenzdarlehen

Schaut man sich Ratgeber zur Existenzgründung an, tauchen rasch einige vermeintliche Mythen auf, auf die fast jeder Kreditnehmer und jede Kreditnehmerin irgendwann stößt. Dazu gehört ganz am Anfang bereits die fehlerhafte Selbsteinschätzung, dass der eigene Gründungsansatz hinsichtlich eines Gründungsdarlehens ohnehin zum Scheitern verurteilt sein. Dem ist in vielen Fällen nicht so. Ähnlich wie bei der Redewendung, dass jeder Topf seinen Deckel findet, gibt es eigentlich für jeden Gründer ein passendes Kreditmodell. Ausschlaggebend ist dabei zunächst einmal die Kreditsumme sowie die schon erwähnte Frage nach möglichen Eigenkapital.

Merke → Gehen Kreditnehmer durch einen Eigenkapitalanteil selbst ein Risiko ein, erweisen sich viele Banken bezüglich der Finanzierungssummen als verhandlungsoffen!

Das große Aber:

Kredit für Existenzgründer gibt es durchaus ohne eigenes Kapital. Eventuell müssen Sie in diesem Fall nur einige Abstriche bei der Kreditsumme machen. Manche Anschaffung aber duldet beim Start bei genauer Prüfung einen Aufschub, sodass die Mittel aus kleineren Finanzierungen erst einmal für alles faktisch Unverzichtbare verwendet werden können. Richtig ist: Ein gut ausgearbeiteter Businessplan ist das A und O. Er kann Ihnen auch dann zu Darlehen verhelfen, wenn Sie kein Kapital mitbringen! Kann Ihre Geschäftsidee auf ganzer Linie überzeugen oder starten Sie einen Zukunftsmarkt, der bisher von der Konkurrenz noch nicht abgedeckt wird, ist dies ebenfalls ein elementarer Pluspunkt in den Kreditverhandlungen.

Viele Geldgeber und Darlehen eignen sich für Gründungen

Zu den größten Existenzgründer-Mythen gehört aber wohl der Glaube, man sei bei der Hausbank auf jeden Fall am besten aufgehoben. Dass dem schon aus finanziellen Gründen mehrheitlich nicht korrekt ist, liegt auf der Hand. Ausnahmen sprechen vielleicht eine andere Sprache, in aller Regel aber werden Sie wirklich günstige und flexible Kredite für Existenzgründer nicht dort, sondern über einen Kreditvergleich im Internet finden. So nett Ihr persönlicher Berater in der Filiale vor Ort sein mag, die Kreditzinsen fallen bei vielen Großbanken mit weitreichendem Filialnetz nach wie vor im Durchschnitt höher als bei vielen Internet-Anbietern aus.

→  Hausbanken können, müssen aber nicht der beste Partner für die Gründung sein!

Auch bei vielen renommierten Direktbanken können Sie Anträge zu Krediten für Existenzgründer stellen und dabei Zugang zu staatlichen Fördermitteln erhalten. Schließlich sind diese Institute oftmals Tochterunternehmen bekannter Großbanken, allemal aber Vollbanken, über die Kunden ebenso die Teilnahme an Förderprogrammen ermöglicht wird. Der Businessplans muss jedoch überall nachhaltig und schlüssig sein. Einmal abgelehnt, gibt es häufig keine Chance für Optimierungen. Zudem sollten Sie sich darüber im Klaren sein, dass Sie nach einer Ablehnung Ihres Antrags bei einer normalen Bank bei Mitbewerbern meist ebenso erfolglos sein werden.

Fakten Fakten Fakten

Besonders gut sind Kunden aufgestellt, wenn Sie im Beratungsgespräch oder bei der digitalen Antragstellung auch eine Markt- und Wettbewerbsanalyse mit belastbaren Daten mit einreichen können. Dieses Vorgehen nimmt den Banken viel Arbeit ab und verbessert die Verhandlungsposition ebenfalls. Wissen sollten Sie zudem, für welche Zwecke Sie das Geld verwenden möchten. Bewusst machen sollten sich Darlehensnehmer, dass es sich bei den Angeboten vorerst um unverbindliche Offerten handelt. Erst nach der Prüfung aller zur Verfügung gestellten Unterlagen erhalten Sie Informationen zu einem verbindlichen Darlehensmodell, dass als Kredit für Existenzgründer auf Ihre Bedürfnisse abgestimmt wurde. Dass Banken nach Erfahrungen im jeweiligen Branchenumfeld fragen, ist nachvollziehbar. Können Sie keinerlei kaufmännisches Know-how vorweisen, kann dies zur Ablehnung führen.

Je nach Geschäftsmodell kann eine vorläufige nebenberufliche Gründung sinnvoll sein, denn so deckt das Einkommen aus einer abhängigen Beschäftigung die Lebenshaltungskosten ab. Auch reduziert sich so das Risiko einer Insolvenz, falls Ihr Geschäft wider Erwarten scheitern sollte. Wichtig: Überschätzen Sie sich und Ihr neues Unternehmen nicht, stapeln Sie aber auch nicht tief, wenn Sie auf ganzer Linie vom Konzept überzeugt sind.

Wie lange dauert die Auszahlung des Unternehmerdarlehens?

Die Digitalisierung hat auch an dieser Stelle für eine Beschleunigung der Prozesse geführt. Ein paar Tage wird die Prüfung Ihres Antrags für Existenzgründungsdarlehen aber dauern – gerade wenn Sie sechsstellige oder zumindest hohe fünfstellige Kreditsummen beantragen. Bei Direktbanken und Online-Darlehen normaler Filialbanken (ja, auch diese Branche ist zunehmend mit Online-Angeboten im Kreditanbieter Vergleich vertretenen) erhalten Sie bei Finanzierungen in Höhe normaler Konsumkredite bis maximal 50.000 Euro oder selten 100.000 Euro oft eine Sofortzugabe. Diese ist wie gesagt vorläufig, da zugestellte Dokumente und die Richtigkeit Ihrer Angaben geprüft werden müssen. Sind Sie gut vorbereitet und haben alle Unterlagen vorbereitet, können Sie einen wichtigen Beitrag zu einer schnellen Abwicklung leisten. Pauschalaussagen zur Prüfungsdauer und der Zeitspanne bis zur Auswahl gibt es kaum.

Kredite für Existenzgründer und die Schufa-Auskunft

Wer sich fragt, welche Rolle die Bonitätsprüfung bei Existenzgründungsdarlehen spielt, dem sei gesagt: eine Große. Denn natürlich ist die Zustimmung zur Schufa-Auskunft bei kleinen wie großen Kredite für Existenzgründer obligatorisch. Am besten nutzen Sie die kostenlose Selbstauskunft, um vor dem Kreditvergleich zu prüfen, wie es um Ihre Kreditwürdigkeit steht. Mehrere negative Einträge im Register der Schufa und anderer Auskunfteien werden zur Ablehnung eines Antrags führen. Viele Verbraucher und Unternehmen kennen den Status quo ihrer Bonität gar nicht genau und rechnen einfach mit problemlosen Abwicklungen. So fällt mancher Gründer aus allen Wolken, wenn die Prüfung auf einen schlechten Bonitäts-Score hinweist. Selbst wenn mit hoher Wahrscheinlichkeit die fehlende Kreditwürdigkeit der Grund für die Ablehnung eines Antrags sein sollte, ist es dringend empfehlenswert, Banken nach der genauen Ursache zu fragen. Auch wenn die die Definition der Prüfungsmodalitäten zwischen Banken variieren können, kann das Feedback eine große Hilfe bei der Optimierung der Antragsunterlagen sein, sodass Sie bei zukünftigen Anfragen bessere Chancen haben.

Welche Unterlagen muss ich mit einreichen?

Die relevante Information für die Beantwortung dieser Frage ist vor allem die Kredithöhe und die Finanzierungsarten, die Unternehmer als Kredite für Existenzgründer einsetzen möchten. Bei einem Ratenkredit ohne Zweckbindung geht es vor allem um die Kreditwürdigkeit, das derzeitige persönliche Einkommen sowie die Kredithöhe. Können Sie mit dem Geld machen, was immer Sie möchten, braucht es eigentlich keine weiteren Dokumente. Bei einem Existenzgründungskredit hingegen sollten Sie auf Anforderungen wie die folgenden vorbereitet sein:

  • einen nachvollziehbaren und möglichst langfristigen Businessplan
  • einen Investitionsplan (er beinhaltet unter anderem Schätzungen zu Anschaffungskosten)
  • die Zustimmung zur Schufa-Abfrage
  • Nachweise zum Einkommen (Einkommensbescheide, Kontoauszüge, etc.)
  • Vermögensaufstellungen

Vermögensaufstellungen dienen zur Ermittlung der Haftbarkeit: Wer über größere Rücklagen verfügt, kann positiven Einfluss auf die Kreditchancen nehmen. Für den Fall, dass die Finanzierung zur Unternehmensübernahme dienen soll, wird die geldgebende Bank zudem um aktuelle Bilanzen – im Regelfall für die letzten drei Jahre vor Antragstellung – bitten. Das Einreichen betriebswirtschaftlicher Auswertungen versteht sich hierbei ebenfalls meist von selbst. Sofern Kreditnehmer nicht als Einzelunternehmer (selbständig oder freiberuflich) arbeiten möchten, werden Banken zusätzlich Entwürfe zu Verträgen einfordern, die zum Beispiel über Mietverträge, Franchise-Konditionen oder die Positionen verschiedener Gesellschaft Aufschluss geben). Kurzum: Banken möchten alle für das gegründete Unternehmen relevanten Details kennen. Somit sollten Sie sich nicht wundern, wenn Banken sehr detailliert nach Dingen fragen, an die Sie selbst vielleicht bei der Planung nicht gedacht haben.

Kredite für Existenzgründer mit Bürgen und Zweitkreditnehmer?

Sollten Sie Angst vor einer Ablehnung haben, können Sie frühzeitig Vorsichtsmaßnahmen ergreifen. Zwei Ansätze erweisen sich als erfolgversprechend. Können Sie einen Bürgen vorweisen, der von Ihrem Geschäftsmodell ebenso zu überzeugt und bereit ist, für den Ernstfall eines Tilgungsausfalls zu haften, können Sie Ihre Bewilligungschancen deutlich erhöhen. Mitantragsteller können gleichermaßen die Bewilligungsaussichten positiv beeinflussen, wenn ausreichend Einkommen und Bonität nachweisbar sind.

Kontakt mit Darlehensgeber dauerhaft wichtig

Ein beliebter Fehler mancher Gründer ist, dass sie auf Mails oder Anrufe und Bitte um Rückmeldungen zum zwischenzeitlichen Unternehmensstatus nicht rechtzeitig oder gar nicht reagieren. Vielleicht laden Sie den zuständigen Bankberater zur Eröffnung ein oder Sie lassen die Bank ab und zu wissen, wie sich das Geschäft entwickelt. Möglicherweise benötigen Sie als Unternehmer  zu einem späterem Zeitpunkt eine Zwischenfinanzierung oder sind auf eine Aufstockung der Kredite angewiesen. Ein guter persönlicher Kontakt zum Kreditgeber kann sich dann sehr positiv auswirken. Gerade mit Blick auch Schwierigkeiten bei der Tilgung.

Grundsätzlich sind Kredite für Existenzgründer kein Hexenwerk. Wenn Interessenten rechtzeitig mit der Planung beginnen, alle benötigten Unterlagen zusammenstellen und mit allen Chancen und Risiken der Finanzierung vertraut sind, gelingt die Kreditaufnahme meist schnell und ohne Verzug. Dass bei großen Kreditsummen bis zur Überweisung etwas mehr Zeit vergeht als bei einem marktüblichen Konsumdarlehen hat seine Gründe, die aber mehr als verständlich sind.


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