WestLB startet erste Bad Bank Deutschlands
04.05.2010 - WestLB startet erste Bad Bank DeutschlandsDer als Folge der Finanzkrise stark angeschlagenen WestLB ist es gelungen, einen großen Teil ihrer riskanten Papiere auszulagern. Dabei wurden risikobehaftete Wertpapiere an eine sogenannte Bad Bank, die unter dem Namen Erste Abwicklungsanstalt (EAA) geführt wird, übertragen. Die Übertragung der Wertpapiere an die Bad Bank sei bereits in Handelsregister eingetragen worden. Eine Bad Bank ist eine Zweckgesellschaft, die eigens dafür geschaffen wurde, Wertpapiere, die von einem Ausfall bedroht sind (toxische Papiere), aufzunehmen. Ziel dieser Maßnahme ist es, die Bilanz des angeschlagenen Kreditinstituts zu entlasten. Um das Bankensystem zu stabilisieren, hat die Bundesregierung im vergangenen Jahr das Bad-Bank-Gesetz erlassen, das den deutschen Banken erlaubt, toxische Papiere an eine Bad Bank auszulagern. Die WestLB ist das erste Kreditinstitut in Deutschland, das nun von dieser Möglichkeit Gebrauch gemacht hat. Auch in anderen europäischen Staaten, wie beispielsweise Irland, wurden Bad Banks eingerichtet, um den angeschlagenen Banken über die Krise hinweg zu helfen.
Papiere im Wert von rund 77 Milliarden Euro übertragen
Am 30. April 2010 erfolgte die Übertragung des Hauptpakets der toxischen Wertpapiere rückwirkend zum Jahresbeginn 2010. Das Paket, das von der WestLB an die Bad Bank transferiert wurde, hat ein Volumen von rund 71 Milliarden Euro. Bereits vor einiger Zeit hatte die West LB ein kleineres Paket toxischer Papiere mit einem Volumen von 6,2 Milliarden Euro an die Bad Bank übertragen. Insgesamt hat die Bad Bank damit toxische Papiere mit einem Gesamtvolumen von rund 77 Milliarden Euro von der WestLB übernommen. Zu den toxischen Papieren, die an die Bad Bank übertragen wurden, gehören unter anderem strukturierte Wertpapiere, Kredite und Anleihen. Außerdem überträgt die WestLB auch den Großteil ihrer griechischen Staatsanleihen an die Bad Bank.
Entlastung soll Sanierung voranbringen
Nachdem ein großer Teil der toxischen Papiere an die Bad Bank transferiert wurde, ist die WestLB von erheblichem bilanziellen Ballast befreit wurden. Dies ist die Grundlage dafür, dass der Sanierungsprozess weiter vorangetrieben werden kann. Die WestLB, die die drittgrößte Landesbank Deutschlands ist, strebt zu diesem Zweck eine Fusion mit einer der übrigen Landesbanken an. Allerdings habe sich bisher keine der verbleibenden Landesbanken für eine Fusion mit der WestLB ausgesprochen. Momentan sind die größten Aktionäre der WestLB das Land Nordrhein-Westfalen mit 48,2 Prozent der Anteile sowie die Sparkassen-Verbände Rheinland und Westfalen mit jeweils rund 25 Prozent der Anteile.
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