Verbraucherzentrale warnt vor Kreditvermittlern
21.06.2010 - Verbraucherzentrale warnt vor Kreditvermittlern
Wollte man es ein wenig weniger sachlich formulieren, könnte man sagen: Die Kredite liegen derzeit nicht gerade auf der Straße. Zumindest dann nicht, wenn es sich beim jeweiligen Kreditnehmer um eine Privatperson handelt. Wenngleich die Aussagen zur Kreditvergabe auf Seiten der bei den Unternehmen ebenfalls nicht mehr durchweg von Optimismus gekennzeichnet sind.
Wer als Verbraucher dringend Geld braucht, bei der Hausbank aber nicht mit offenen Armen willkommen geheißen wird, hat es derzeit mehr als schwer, Geld zu bekommen.
Dies liegt in erster Linie daran, dass die Anforderungen an die Kreditnehmer zusehends gestiegen sind in den vergangenen Monaten. Ein naheliegender Schritt für viele verzweifelte Privatbürger ist in dieser Situation eine Kreditanfrage bei einem der zahlreichen Kreditvermittler, die inzwischen auf dem Markt aktiv sind. Oder – wie so mancher Experte es nennen würde – ihr Unwesen treiben. Denn vielfach nutzen die Vermittler die problematische Lage der Kunden aus und berechnen vollkommen überhöhte Gebühren für ihre Arbeit.
Hohe Kosten für Vermittlung ohne Erfolgsgarantie
Das jedenfalls kritisiert die Verbraucherzentrale Mülheim im Rahmen einer besonderen Aktion, die den Titel „Geschäfte mit der Armut“ trägt. Allein im Jahr 2007 haben laute einer Studie der Auskunftei Schufa mehr als 360.000 Bürger in Deutschland nur noch den Ausweg zur Kreditvermittlung gesehen, weil ihnen die Banken den Geldhahn zugedreht haben. Die Experten warnen jedoch vor diesem Schritt. Denn: Kunden, denen die eigene Hausbank kein Darlehen geben will, haben auch bei anderen Kreditanbietern eher schlechte Aussicht auf Erfolg. Zumindest dann, wenn sie für ihre benötigtes Darlehen nicht 380 Euro in Form von Extrakosten bezahlen möchten. Denn genau diese Summe haben Kunden für die Vermittlungsarbeit laut der Studie in vier von fünf Kreditfällen im Durchschnitt entrichten müssen. Und das, obwohl eigentlich nur kassiert werden darf, wenn eine tatsächliche Kreditauszahlung stattfindet. Die Erfolgsquote bei der Vermittlung liegt nach Aussagen der Mülheimer Verbraucherzentrale jedoch nur bei etwa zwei Prozent. Experten gehen von einem jährlichen Gesamtumsatz von rund 150 Millionen Euro in der Vermittlungsbranche aus.
Die Verbraucherzentrale Mülheim geht sogar so weit, zu sagen, dass es im Grunde keine seriösen Vermittler von Darlehen gibt, wenn die Hausbank den Kreditwunsch schon verweigert hat. Nicht zuletzt auch aus dem Grund, weil bei der Vergabe von Krediten eben nicht nur die positive Entscheidung die richtige sein kann. Wird der Kredit benötigt, um lediglich weitere Schulden zu machen, obwohl die finanzielle Situation von Schuldenberatern ohnehin schon als ausweglos bezeichnet würde, sollte eher ein anderer Weg aus dem persönlichen Dilemma gesucht werden als die erneute Kreditaufnahme.
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