Verbraucherzentrale Sachsen kritisiert Flut von Banken-Werbung
26.04.2010 - Verbraucherzentrale Sachsen kritisiert Flut von Banken-WerbungDer Wettbewerb zwischen den Banken wird zunehmend härter. Verschiedene Entwicklungen haben in den vergangenen Jahren dazu geführt, dass die Institute weit mehr Engagement zeigen müssen, um Verbraucher von ihren Produkten überzeugen zu können. Einerseits hat das Internet dazu geführt, dass die Zahl der Mitbewerber durch das Aufkommen der so genannten Direktbanken massiv gestiegen ist. Darüber hinaus hat die Bankenkrise die Verbraucher deutlich kritischer werden lassen bei der Auswahl der Hausbank, und auch die Wechselbereitschaft ist wesentlich größer als noch vor einigen wenigen Jahren.
Die Banken setzen bei der Akquisition neuer Kunden immer häufiger auf regelrechte Guerilla-Marketing-Kampagnen. In manchem Haushalt vergeht mittlerweile kaum ein Tag, an dem nicht irgendeine Bank-Broschüre auf dem Postweg im Briefkasten landet. Für die Adressaten ist diese Flut von Werbe-Material alles andere als erfreulich, wenn selbst Banken mit denen man bisher nichts zu tun hatte, ständig Kreditangebote oder andere Werbebotschaften zusenden. Grund genug für die Verbraucherzentrale, Verbraucher einmal mehr auf ihr Recht hinzuweisen. Einen Marketing-Freifahrtschein haben die Banken in dieser Sache nämlich nicht.
Übermäßige Werbung nicht stillschweigend hinnehmen
Die Kunden sollten sich die ständigen Briefe nicht unnötig gefallen lassen. Auf schriftliche Aufforderung von Seiten der Verbraucher sind die Banken zur Unterlassung gezwungen. Verzichtet eine Bank trotz Bitte der Verbraucher nicht auf die Zusendung von Werbe-Briefen, können die Kunden bei der BaFin – der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht – Beschwerde über das jeweilige Institut einreichen. Was auf den ersten Blick vor allem lästig erscheint, hat auch unter Datenschutzgesichtspunkten einen mehr als ernsten Hintergrund. Denn man muss sich die Frage stellen, woher die Banken die Personendaten der Adressaten erhalten haben. Experten halten diese Praxis für extrem bedenklich.
Während die meisten Banken es bei Broschüren bewenden lassen, warnt die sächsische Verbrauchzentrale noch vor einer anderen beliebten und nicht gerade Vertrauen erweckenden Vorgehensweise anderer Vertreter der Branche. Vermeintlich schwarze Schafe gehen inzwischen sogar so weit, ohne Aufforderung durch die Kunden Kreditkarten samt Verfügungsrahmen per Post zuzusenden. Es liegt auf der Hand, dass es sich bei derartigen Zusendungen nicht um freundliche Geschenke im Rahmen einer Werbeaktion handelt. Kunden sollten diese Kreditkarten auf keinen Fall benutzen. Denn rein rechtlich betrachtet, gehen sie bei Einsatz der Kreditkarten eine vertragliche Bindung mit dem jeweiligen Anbieter ein. In der Regel gehören die Karten zu einem Girokonto, das wiederum weitere Kosten verursachen kann – von den Kosten für die Inanspruchnahme des Kreditrahmens einmal abgesehen. Auch solche Sonderaktionen können Kunden bei der BaFin anmelden.
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