Studienkredite werden tendenziell günstiger
08.09.2010 - Studienkredite werden tendenziell günstiger
Studienkredite sind eine noch recht neue Möglichkeit, sich die eigene Studienzeit finanziell etwas einfacher zu machen, um sich mehr auf die Inhalte des eigenen Fachbereichs konzentrieren zu können. Dabei weisen sie im Vergleich zu normalen Ratenkrediten einige Besonderheiten auf, denn die Kreditsumme wird über die Laufzeit verteilt monatlich ausgezahlt und die Rückzahlung erfolgt in aller Regel erst zum Ende des Studiums. Nach einem aktuellen Vergleich des Centrums für Hochschulentwicklung (CHE) in Kooperation mit der Financial Times Deutschland, bei dem 36 Angebote unter die Lupe genommen wurden, sinken die Zinsen für Studienkredite weiter und steuern auf ein Rekordtief zu, so dass es noch nie günstiger war, sich die eigene Studienzeit auf diese Weise zu finanzieren.
Staatliche Studienkredite bereits ab 1,99% effektivem Jahreszins möglich
Der Vergleich des Centrums für Hochschulentwicklung ergibt, dass staatliche Studienkredite bereits ab einem Effektivzins von 1,99% pro Jahr möglich sind, wenn man auf das Angebot des Bundesverwaltungsamtes setzt. Darüber hinaus sticht als günstiger Anbieter auch noch die KfW Bank hervor, die einen Studienkredit ab 3,34% Zinsen pro Jahr zur Verfügung stellt und damit ebenfalls äußerst attraktiv erscheint. Bei Angeboten von Privatbanken sollte man laut CHE auf jeden Fall genauer hinschauen, denn dort werden sowohl sehr günstige als auch verhältnismäßig teure Studienkredite zur Verfügung gestellt, so dass die Auswahl hier etwas schwieriger ausfällt.
Nachfrage nach Studienkrediten sinkt – jährlich 50.000 Neuabschlüsse
Die Quote der Studenten, die sich letztlich für einen Studienkredit entscheiden, liegt nach dem CHE bei ca. 4%, wobei ungefähr 50.000 Neuabschlüsse pro Jahr anfallen. Trotzdem sinkt die Nachfrage stetig, was offenbar daran liegt, dass die Studiengebühren in einigen Bundesländern wie Hessen und dem Saarland wieder abgeschafft worden sind. Für finanziell nicht allzu gut situierte Studenten bleibt ein Studienkredit jedoch nach wie vor eine sehr gute Lösung, wobei Ulrich Müller, Projektleiter beim CHE, davor warnt, einen Studienkredit in Anspruch zu nehmen, obwohl man ihn nicht unbedingt benötigt, weil dies zu unnötiger Verschuldung führen könne, die zum Start des Berufslebens erst einmal ausgeglichen werden müsse. Darüber hinaus weist Müller darauf hin, dass die Studenten sich vorher über die Laufzeit des Kredits Gedanken machen und unbedingt eine Stundung der Zinsen vereinbaren sollten, weil diese sonst bereits von den monatlichen Auszahlungen abgezogen würden.
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