Stiftung Warentest warnt: Nicht jedes kostenlose Girokonto gebührenfrei
15.06.2010 - Stiftung Warentest warnt: Nicht jedes kostenlose Girokonto gebührenfrei
Aufmerksame Verbraucher kennen die leidvollen Momente aus eigener Erfahrung: Man sieht die kreative Werbung einer Bank, interessiert sich für ein Produkt und muss am Ende doch wieder feststellen, dass die Werbebotschaft bei genauerer Betrachtung doch mit Kosten verbunden ist. Das bestätigt einmal mehr auch die Stiftung Warentest, die sich einer ausführlichen Analyse von insgesamt 73 verschiedenen Girokonto-Modellen auf dem deutschen Markt gewidmet hat. Der Hintergrund des Tests war, die Institute ausfindig zu machen, bei denen Kunden tatsächlich ein kostenloses Girokonto angeboten wird, ohne dass sich an der einen oder anderen Stelle versteckte Nebenkosten finden lassen.
Eine wichtige Erkenntnis der Warentester ist denn auch erneut, dass sich an einem Punkt in den vergangenen Monaten trotz aller Ankündigungen auf Seiten der Banken zu mehr Transparenz kaum etwas verändert hat: Weiterhin müssen die Konto-Interessenten bei vielen Produkten sehr genau hinsehen, um festzustellen, ob das angebotene Girokonto bedingungslos kostenlos ist. Der Blick auf die genauen Details zum Produkt weist bei vielen Kontomodellen auf bestimmte Bedingungen hin, die erfüllt sein müssen, um das Konto am Ende wirklich unentgeltlich nutzen zu können.
Mindestgeldeingänge und andere Voraussetzungen für kostenlose Nutzung des Kontos
So verlangen viele Banken von ihren Kontoinhabern monatlich bestimmte Geldeingänge oder die Kunden müssen dauerhaft fixe Summen auf dem Konto vorweisen können, damit nicht doch noch Grundgebühren erhoben werden. Nur acht Konten der 73 getesteten Produkte konnten im Vergleich von Stiftung Warentest das Gütesiegel „kostenlos“ für sich gewinnen. Vorne mit dabei sind unter anderem die Girokonto-Varianten der Norisbank, der comdirect bank oder der Wüstenrot Bank. Unter den regionalen Instituten punkteten Test beispielsweise die PSD-Banken aus den Gebieten Hessen-Thüringen und Berlin-Brandenburg.
Doch nicht alle Anbieter preisen ihre Konten als kostenlos an: In 36 Fällen hatten die Banken ihr Girokonto als kostenlos beworben, der Überprüfung konnten jedoch nur 30 dieser Konten standhalten. Abgesehen von den Anforderungen in Form eines monatlichen Mindestgeldeingang sind auch Gebühren für die Ec-Karte oder die Kreditkarte beliebte Ansätze bei den Banken, um die Kunden doch noch Gebühren in Rechnung stellen zu können. Bei anderen Angeboten müssen Kontonutzer gar parallel zur Kontoeröffnung einen langfristigen Sparplan abschließen oder Genossenschaftsanteile erwerben, um überhaupt als Kunde der Bank in Erscheinung treten zu können.
Vergleichen sollten die Verbraucher die endgültigen Gebühren für ihr neues Girokonto auf jeden Fall. Denn im schlimmsten Fall – so das Urteil der Stiftung Warentest – können monatliche Gesamtkosten in beträchtlicher Höhe zusammenkommen, nur weil das Konto lediglich unter bestimmten Bedingungen frei von Gebühren angeboten wird.
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