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Sparkassenverbands-Präsident warnt vor Kreditproblemen

16.03.2010 - Sparkassenverbands-Präsident warnt vor Kreditproblemen


Innerhalb der Bundesregierung gibt es etliche Vertreter, die der festen Überzeugung sind, nur eine deutlich strengere Regulierung der Finanzmärkte könnte wenigstens ansatzweise garantieren, dass eine Krise wie die aktuelle in Zukunft nicht mehr entstehen wird. So soll sichergestellt werden, dass die Banken nicht in ihre alten Verhaltensmuster zurückfallen und wie gehabt mit Kundengeldern in hoch riskante Geschäftsmodelle investieren. Denn vor allem solche Aktivitäten waren einer der Auslöser der weltweiten Wirtschaftsprobleme.

Doch die Pläne zur strikteren Finanzmarktregulierung sind keineswegs unumstritten. Befürworter einer liberalen Finanzpolitik kritisieren schon seit Monaten die möglichen gesetzlichen Veränderungen, die zu gänzlich neuen Spielregeln für die Bankenbranche führen könnten. Mit Heinrich Haasis, dem Präsidenten des deutschen Sparkassen- und Giroverbandes, meldet sich nun ein weiterer wichtiger Insider zu Wort, der höheren Regulierungsaufwand von Seiten der Politik noch aus einem anderen Grund für durchaus gefährlich hält. Denn schon jetzt beklagen sich viele Branchen, dass die Banken zu hohe Anforderungen an die Vergabe von Kreditmitteln stellen. Durch die Schaffung neuer Regulierungsmöglichkeiten für den Staat, so Haasis, könnte sich die Lage im Kreditsektor in den kommenden Monaten noch weiter zuspitzen.
 
Viele Unternehmen reduzieren bereits ihr Investitionsvolumen
 
In aktuellen umfragen gaben zuletzt etwa zwei Drittel der Unternehmen an, in den vergangenen 12 Monaten aufgrund der wachsenden Probleme bei der Kreditvergabe die Investitionsvorhaben zurückgefahren zu haben. Diese Entwicklung könnte sich aus Sicht des Verbandspräsidenten weiter verschärfen, wenn sich die Politik verstärkt als Regulierer einbringt. Die Folge könnte eine massivere Verengung des Kreditspielraums bei den Banken sein. Etwa dadurch, dass die Kreditinstitute die Ausstattung mit Eigenkapital weiter anheben müssen. Versorgungsengpässe befürchtet Haasis vor allem für die Zeit ab dem Spätsommer, wenn viele Unternehmen neue Investitionen angehen müssen, diese aber möglicherweise bedingt durch die strenge Vergabepolitik nicht in die Tat umsetzen könnten. Der so wichtige Antrieb für das benötigte konjunkturelle Wachstum wäre in diesem Fall erheblich abgedämpft.
 
Noch aus einem anderen Grund hält Haasis die Pläne der Regierung für fragwürdig. In seiner Aufgabe als Präsident des deutschen Sparkassen- und Giroverbandes vertritt Haasis die Interessen der Banken, die einen eher geringen Anteil an den verzockten Milliardensummen haben. Sollte die Politik nun im Rahmen der Finanzmarktreformen eine höhere Kostenbeteiligung für alle Banken vorsehen, würden die Sparkassen aber ebenfalls deutlich höhere Kosten zu stemmen haben als bisher. Ohnehin seien die Sparkassen momentan diejenigen, die fortgesetzt Darlehen an Unternehmens- und Privatkunden vergeben, ohne strengere Richtlinien an die Kreditnehmer zu stellen. Helfen wird die Kritik ihres Präsidenten den Sparkassen aber kaum, wenn es zu neuen Abgaben kommen sollte, wenngleich Wirtschaftsminister Brüderle im Rahmen der Planung bereits auf eine mögliche Trennung in solide und unsolide Banken hinwies.

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