Sparkassen angeblich nur mit geringem Anteil an Bankenabgabe
29.03.2010 - Sparkassen angeblich nur mit geringem Anteil an BankenabgabeDie hitzigen Auseinandersetzungen bezüglich der Bankenabgabe tragen immer neue Blüten, die in den Medien mit Wohlwollen aufgenommen werden. Waren es zuletzt noch die politischen Scharmützel zwischen dem Finanzminister Schäuble und dem Bundeswirtschaftsminister Brüderle vom kleinen Koalitionspartner FPD, die für große Resonanz in der Bankenbranche sorgten, beginnt die neue Woche mit einem erneuten Paukenschlag, der einmal mehr für Gesprächsbedarf sorgen wird.
Schon seit den ersten Stellungnahmen in punkto Bankenabgabe hatten die Sparkassen auf ihre vermeintliche kleine Rolle im Zusammenhang mit der Finanzkrise hingewiesen. Bei den Sparkassen und Genossenschaftsbanken fühlte man sich von Anfang an ungerecht behandelt. So bezieht sich die Kritik bis heute darauf, dass man am liebsten gänzlich aus den Planungen zur Bankenabgabe herausgehalten werden würde. Dass die besagten Institute – ähnlich wie die verschiedenen deutschen Landesbanken – keineswegs frei von Schuld sind, steht auf einem anderen Blatt. Denn durchaus gab es einige größere Sparkassen, die ihrerseits in hochriskante Spekulationsgeschäfte involviert waren und im Zuge der ausufernden Krise Verluste erlitten haben.
Großbanken sollen für den Großteil der erwünschten Steuereinnahme aufkommen
Dennoch hat sich der Protest der Sparkassen und Genossenschaftsbanken scheinbar mehr als gelohnt. Denn neuesten Berichten zufolge plant der Bundesfinanzminister mittlerweile, vorrangig die großen Privatbanken finanziell über die Bankenabgabe an den Tropf zu legen. Wenngleich dieses Bild angesichts der überschaubaren angestrebten Einnahmen von etwa 1,2 Milliarden Euro nicht ganz passend ist. Bei Investitionen von geschätzt mehr als 500 Milliarden Euro, die der Staat für die Bewältigung der Krise locker gemacht hatte, scheinen die Steuer-Einnahmen durch die Bankenabgabe doch kaum mehr als ein Tropfen auf dem heißen Stein zu sein.
Wie dem auch sei: Die Großbanken, so die neuen Meldungen, sollen rund 700 Millionen Euro bezahlen. Die Sparkassen und Genossenschaftsbanken indes würden bei Bestätigung der Pläne nur maximal 70 Millionen Euro entrichten zu müssen. Größer fiele da schon der Anteil der Landesbanken aus, die rund eine Viertelmilliarde Euro zu zahlen hätten. Betrachtet man diese Größenordnungen liegt ein Gedanke auf der Hand: Man muss nur lautstark genug gegen die Pläne der Bundesregierung protestieren, damit eine Korrektur des Vorhabens in die Tat umgesetzt wird.
Ob sich die Medienberichten in dieser Sache nun bestätigen werden, wird sich möglicherweise noch in der vorösterlichen Woche zeigen. In jedem Fall ist davon auszugehen, dass die Bankenabgabe noch für etliche Debatten sorgen wird. Denn bisher haben sich viele Wirtschaftsverbände eher kleinlaut zur Thematik geäußert. Erste Befürchtungen hinsichtlich einer drohenden Kreditproblematik in Deutschland als Folge einer Abgabeneinführung werden gewisslich noch zu massiveren Protesten an anderer Stelle führen.
Anzeigen
Newsletter
Ratenkredit-Anbieter.de Newsletter informiert
über: