Sondertilgung als indirekte Geldanlage
27.08.2010 - Sondertilgung als indirekte Geldanlage
Die Zinsen sind im Keller. Das gilt einerseits für Ratenkredite und Immobilienfinanzierungen, andererseits aber auch für die Geldanlage. Wer heute ein paar Euro auf ein Tagesgeldkonto einzahlt, erhält nur noch einen Bruchteil dessen, was vor zwei Jahren üblich war. Wird das Geld stattdessen dafür genutzt, einen laufenden Kredit abzulösen oder zumindest eine Sondertilgung zu leisten, erzielt aktuell eine weitaus höhere Rendite. Die Finanzberatung FMH aus Frankfurt hat ermittelt, dass bei dieser Form der „indirekten Geldanlage“ bis zu fünf Prozent Zinsen möglich sind. Immer vorausgesetzt natürlich, die Bank spielt mit.
Bis zu fünf Prozent Rendite
Sondertilgungen lassen sich normalerweise direkt bei Vertragsabschluss vereinbaren. Viele Banken erlauben ihren Kunden auch von sich aus, einmal jährlich einen bestimmten Betrag zusätzlich zur regulären Kreditrate zu zahlen. Idealerweise bleiben diese Sonderzahlungen für den Kunden kostenlos. Sollten Gebühren anfallen, müsste man genauer rechnen, ob sich eine Extra-Rate auch tatsächlich rentiert. Das gilt für alle Kreditformen bis hin zum Immobiliendarlehen. Falls sich im Vertrag keine entsprechende Vereinbarung findet, reicht eine Anfrage, um sich Klarheit über die Konditionen und möglichen Konsequenzen zu verschaffen.
Statt eine einmalige Zahlung zu tätigen kann bei Immobilienkrediten auch langfristiger geplant werden. Die Experten von der FMH Finanzberatung empfehlen, die Tilgung anzuheben, zum Beispiel von ein auf zwei Prozent – sofern die finanziellen Mittel diesen Schritt erlauben. Auch bei dieser Variante gilt: Sie macht nur Sinn, wenn die höhere Tilgung kostenfrei ist.
Niedrigzinsphase hält an
Bauinteressenten, die noch kein Darlehen aufgenommen haben, aber mit dem Gedanken spielen, das Zins-Tief zu nutzen, müssen sich aus Sicht der Frankfurter Berater nicht sonderlich sputen. Sie gehen davon aus, dass die Niedrigzinsphase noch sechs bis zwölf Monate anhält. Zu spät sollte man allerdings nicht auf den Zug aufspringen. Derzeit müssen, so die Landesbausparkassen, nur rund 20 Prozent des Haushaltsnettoeinkommens aufgebracht werden, um sich den Traum vom Eigenheim zu erfüllen. Das ist weitaus günstiger als vor 15 Jahren.
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