SCHUFA und andere Auskunfteien zeigen Mängel bei Datenverwaltung
18.05.2010 - SCHUFA und andere Auskunfteien zeigen Mängel bei Datenverwaltung
Seit Anfang April 2010 hat jeder Bürger in Deutschland ein Recht darauf, mindestens einmal jährlich kostenlos eine Auskunft über seine Bonität einzuholen. Stiftung Warentest hat nun bei einem Test von 6 Auskunfteien festgestellt, dass diese bei weitem nicht immer die richtigen Daten nutzen und bisweilen auch sehr alte und unvollständige Datenbestände ausgeben. Von 89 Testpersonen haben letztlich nur 11 eine vollständige, aktuelle und korrekte Auskunft erhalten, hieß es in einer Pressemitteilung.
Neben der SCHUFA waren auch noch andere Auskunfteien im Test
Der Test belief sich offenbar nicht allein auf die SCHUFA, sondern es wurden insgesamt 6 Auskunfteien ( Accumio, Bürgel, Creditreform, Deltavista und Infoscore) ausprobiert. Ein angeforderter Score-Wert wurde von Deltavista, Infoscore und Accumio erst gar nicht versendet und auch Creditreform gab diesen nur in zwei Drittel aller Fälle an, wie auf „test.de“ berichtet wird. Darüber hinaus fehlten häufiger Daten über Girokonten, Handyverträge und auch Kreditkarten oder es wurden sehr veraltete Datenbestände ausgegeben, nach denen die Kunden angeblich noch Kreditkarten nutzen, die längst gekündigt wurden, hieß es weiter.
Der Datenschutz wird teilweise ebenfalls problematisch behandelt
Beim eigenen Bonitäts-Score handelt es sich um Daten, die äußerst sensibel sind und damit entsprechend abgesichert werden sollten. Auch hier zeigten einige Auskunfteien Mängel, denn es war bei Bürgel beispielsweise problemlos möglich, auch ohne Personalausweis die entsprechenden Daten zu erhalten. Auch bei Infoscore mussten lediglich 4 Testpersonen einen Identitätsnachweis erbringen. Unter dem Strich bedeutet dies, dass ein Fremder durchaus eine Chance hätte, unbefugt an die Daten zu gelangen.
Offenbar müssen die Auskunfteien noch einiges verbessern
Als Fazit zu diesem Testergebnis lässt sich nur sagen, dass es großen Verbesserungsbedarf bei den Auskunfteien gibt, denn sowohl unvollständige als auch alte Datenbestände können ungerechtfertigt die eigene Bonität schmälern und dafür sorgen, dass man letztlich beispielsweise schlechtere Kreditkonditionen erhält. Darüber hinaus muss der Datenschutz dringend verbessert werden, um eventuellen Missbrauch verhindern zu können, da dieser durchaus problematische folgen für die Betroffenen mit sich bringen kann. Es bleibt zu hoffen, dass die Auskunfteien schnell ihre Datenbestände aktualisieren und vervollständigen und die Identitätskontrollen noch ernster genommen werden als bisher.
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