Schufa-Auskünfte nun auch für Unternehmen
13.07.2010 - Schufa-Auskünfte nun auch für Unternehmen
Schon seit Jahrzehnten ist die Schufa – die Schutzgemeinschaft für allgemeine Kreditsicherung – eine wichtige Instanz in Deutschland für alle potentiellen Kreditnehmer. Denn die gesammelten Daten der so genannten Auskunftei werden von Banken und anderen Kreditgebern genutzt, um Informationen zum Ausfallrisiko zu erhalten. Denn die Schufa sammelt Daten, die auf die Vergangenheit von Kreditnehmer hindeuten und Banken entsprechend erkennen lassen, ob sie bei einer positiven Kreditvergabe Gefahr laufen, dass die Kunden ihre Darlehen später nicht zurückzahlen können. In den Datenbanken der bekanntesten Auskunftei Deutschlands finden sich bisher etwa 2,8 Millionen Bilanzen. Nicht nur Banken, auch jeder Bürger hat das Recht, sich über die Bonität zu informieren, sofern ein berechtigtes Interesse besteht.
Bisher beschränkte sich die Schufa mit ihren mehr als 800 Mitarbeitern darauf, Daten zu Privatpersonen zu sammeln, um diese gegen Gebühr an Banken und andere Nachfragende zu übermitteln. Bisher deshalb, weil die Schufa Holding AG eine Ausweitung ihres vormaligen Arbeitsbereiches vorgenommen hat. In Zukunft können bei der Schufa auch Anfragen zu Unternehmen abgefragt werden, die einen Kreditantrag gestellt haben. Mit ihrer neuen Ausrichtung will die Auskunftei vielleicht auch den wirtschaftlichen Veränderungen der Wirtschaft infolge der Krise gerecht werden, wenngleich man betont, schon seit gut sechs Jahren am Aufbau der neuen Datenbank zu arbeiten.
Bei Krediten für Kleinstunternehmen besteht großer Bedarf
Betroffen vom neuen System der Schufa sind vor allem die so genannten Kleinstunternehmen, denn sie machen einen Großteil der Unternehmen in Deutschland aus. Grundsätzlich aber sollen Anfragen zu allen Gewerbetreibenden und juristischen Personen gestellt werden können durch Kreditgeber, die auf Nummer sicher gehen möchten. Dass der Aufbau der Datenbank zu den Kleinstunternehmen besonders schnell vonstattengehen kann, hat einen guten Grund. Bei diesen Unternehmen ist die Bonität – so die fachliche Formulierung der Schufa in diesem Zusammenhang – inhaberbestimmt. Das heißt im Klartext, die persönliche Bonität des Inhabers des Unternehmens ist zugleich in den meisten Fällen auch die Kreditwürdigkeit des jeweiligen Unternehmens.
Schon jetzt steht fest, dass sich die Schufa bei ihrem neuen Angebot nicht über mangelnde Inanspruchnahme beklagen muss. Denn aus der Bankenbranche wird bestätigt, dass Risiken gerade bei den so genannten Kleinbetrieben bei der Kreditvergabe schwierig einzuschätzen sind. Die Auskunftei trifft also im Prinzip genau den Nagel auf den Kopf, indem sie eine erste Bonitätseinschätzung für die Kunden vornimmt. Experten kritisieren jedoch, dass das Hauptaugenmerk schon jetzt bei der Kreditvergabe viel zu oft nur auf der Schufa-Auskunft gelegt wird bei den deutschen Banken.
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