Santander übernimmt das deutsche Privatkundengeschäft der SEB
13.07.2010 - Santander übernimmt das deutsche Privatkundengeschäft der SEB
Am 12. Juli 2010 hat die spanische Großbank Santander das deutsche Privatkundengeschäft der schwedischen SEB Bank übernommen. Das schwedische Institut hatte im Jahr 1999 die damalige BfG Bank für 1,6 Milliarden Euro gekauft und damit den großen Einstieg ins deutsche Privatkundengeschäft gewagt. 10 Jahre und 300 Millionen Euro Verlust später folgt der Abschied einer Bank, deren Privatkundenbereich seit jeher als zu klein galt, um wirklich langfristig eigenständig überleben zu können. Nun hat die Großbank Santander diesen Bereich für insgesamt 555 Millionen Euro gekauft und sich mit nun über 7 Millionen Privatkunden auf Platz 4 der größten deutschen Privatkundenbanken katapultiert.
Santander übernimmt von der SEB 1 Million Privatkunden
Mit der Übernahme des Privatkundengeschäfts der SEB erhält die Santander Bank quasi über Nacht 1 Million neue Privatkunden und kann die Zahl der eigenen Filialen mit einem Plus von 173 auf 350 nahezu verdoppeln. Dazu kommen 2.400 Mitarbeiter, die zumindest bis Ende 2011 eine Standort- und Beschäftigungsgarantie haben, wobei die Zukunft darüber hinaus aktuell in den Sternen steht. Es bleibt abzuwarten, wie gut die Santander Bank die neuen Filialen integrieren kann und wie schnell diese wieder rentabel werden. Für die Kunden dürfte sich auf Anhieb erst einmal wenig ändern, jedoch kann es durchaus passieren, dass mit der Zeit neue Produkte eingeführt werden.
Die HypoVereinsbank hatte ebenfalls mitgeboten
Am Kauf des deutschen Privatkundengeschäfts der SEB Bank schien offenbar auch die HypoVereinsbank (HVB) interessiert gewesen zu sein, jedoch lag deren Angebot weit unter dem der Santander Bank, die wiederum wesentlich mehr bezahlt hat, als der Buchwert hergab. Die HVB kündigte bereits an, sich anderweitig zu orientieren, um das ebenfalls recht kleine Privatkundengeschäft weiter ausbauen zu können.
SEB Bank gibt Geschäftstätigkeit in Deutschland nicht vollständig auf
Mit dem Verkauf des eigenen Privatkundengeschäfts gibt die SEB Bank in Deutschland nicht komplett auf, denn es sollen weiterhin rentable Kernbereiche wie der Geschäftskundenbereich oder das Fondsgeschäft fortgeführt werden. Diese hätten ohne das unrentable Privatkundengeschäft im letzten Jahr nämlich einen satten Gewinn von über 100 Millionen Euro eingefahren. Ob diese strategische Neuausrichtung in Deutschland zum erhofften Erfolg führen wird, kann aktuell natürlich nicht abschließend beurteilt werden und muss sich in der näheren Zukunft zeigen.
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