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Rentner bei Banken als Kreditnehmer oft nicht gefragt

03.02.2010 - Rentner bei Banken als Kreditnehmer oft nicht gefragt


Man könnte sagen, die Arbeitsweise der Banken im Falle der Kreditvergabe an ältere Kunden sei ein Armutszeugnis. Ebenso nahe liegend wäre die Aussage, dass die Situation in der Branche ein Spiegelbild der derzeitigen gesellschaftlichen Lage ist. Dieser Tage beklagen die Verbraucherschützer im Lande, dass bei der großen Mehrheit der Kreditinstitute nicht gerade von offenen Türen für Rentner und Menschen im Alter von 70 aufwärts gesprochen werden kann, wenn sich die betagten Kunden etwas gönnen möchten. Denn bei vielen Banken stoßen Kreditanträge von Menschen der älteren Generation schlicht auf taube Ohren.
 
Erstaunlicherweise, denn in vielen Bereichen der Wirtschaft hat man diese Klientel mittlerweile als gute Einnahmequelle erkannt. Doch obwohl bekannt ist, dass mancher heutige Rentner durchaus über Reserven und vor allem eine hohe Lebenserwartung verfügt, bestimmt die Vorsicht das Verhalten der Geldhäuser in dieser Sache. Die Verbraucherzentrale Hamburg etwa spricht aktuell davon, dass es immer häufiger zur Ablehnung von Kreditanträgen älterer Verbraucher kommt.
 
Drohende Kreditausfälle als Gegenargument?
 
Aus einem für die Banken denkbar ersichtlichen Grund. Denn mit steigendem Alter steigt proportional auch das Risiko eines Kreditausfalls. Das zweite angeführte Argument der in die diesem Punkt in die Kritik geratenen Banken sind die strengeren Regeln für die Versorgung mit Eigenkapital. So habe das Regelwerk Basel II dafür gesorgt, dass nicht mehr im gleichen Umfang wie vor der Krise Kreditmittel vergeben werden können.
 
Werden doch Darlehen bewilligt, fordern die Banken mitunter die Erbringung von Sicherheiten durch die älteren Kreditnehmer. Ebenso üblich wird inzwischen die zeitliche Begrenzung der Angebote im Kreditsektor, wenn die Kunden ein bestimmtes Alter erreicht haben. So liegt die Obergrenze für die Laufzeiten bei manchen Banken ab dem Alter von 75 bei 48 Monaten. Nur selten werden die älteren Antragsteller wie Kunden jüngeren „Baujahrs“ ausschließlich vor dem Gesichtspunkt der individuellen Kreditwürdigkeit betrachtet. Ausnahmen gibt es wie immer auch bei diesem Thema. Doch sie sind eher schwierig auszumachen bei der Menge der Angebote, die der deutsche Kreditmarkt zu bieten hat.
 
Der Wirtschaft entgehen große Einnahmen durch restriktive Kreditvergabe
 
Aus Sicht vieler älterer Bankkunden handelt es sich bei dieser Arbeitsweise der Institute um nichts anderes als die Diskriminierung der älteren Generation(en). Aus rechtlicher Sicht jedoch müssen sich die Banken keinen Vorwurf machen, denn ein Konflikt hinsichtlich des geltenden Antidiskriminierungsgesetzes gibt es die Kreditvergabe betreffend nicht. Denn die Beweisführung, dass die Banken ein Darlehensantrag aufgrund des Alters eines Kunden ablehnen, stellt sich denkbar schwierig dar. Zu umfangreich ist die Palette der möglichen alternativen Ablehnungsgründe. 
 
In gewisser Weise jedoch greift diese Politik bei der Kreditvergabe zu kurz. Denn es sind gerade die Rentner, die zunehmend Finanzierungskäufe nutzen möchten oder im Internet per Versandhandel und Online-Shop bestellen. Durch die Ablehnung kommen die älteren Konsumenten aber auch für die Angebote vieler Einzelhandelsunternehmen nicht in Betracht. So bringt die zurückhaltende Kreditvergabe die Wirtschaft um manchen Euro. Und das obwohl die Rentner oftmals sogar nur Kleinkredite oder Darlehen mit geringer Höhe beantragen.
 

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