Prepaid-Kreditkarten – weniger günstig als erhofft?
29.12.2009 - Prepaid-Kreditkarten – weniger günstig als erhofft?Viele Bankkunden machen sich immer wieder Gedanken darüber, ob eine Kreditkarte für sie als sinnvolles und bequemes Zahlungsmittel die geeignete Wahl ist. In erster Linie ging es dabei lange Zeit vorrangig um die finanziellen Gefahren, die durch die Nutzung des bestehenden Kreditrahmens entstehen können und zu einem nicht unerheblichen Schuldenproblem führen könnten. Doch seit einigen Wochen bestimmen nun Meldungen über mangelnde Sicherheit beim Bezahlen mit der Kreditkarte die Medien in vielen europäischen Ländern.
Gerade in Deutschland gibt es zunehmend Vorwürfe, dass die Kreditkarten-Anbieter zu wenig Geld in die Entwicklung neuer Sicherheitsstandards investierten und die Plastikkarten schlicht nicht grundsätzlich das sicherste Zahlungsmittel seien.
Die Forderungen nach einer Umstellung der bestehenden Formate liegen nahe. Und scheinbar entwickelt sich ganz allmählich die Einsicht bei den Kreditkartengesellschaften. Doch was, wenn es eigentlich bereits ein Modell gibt, um von der Bequemlichkeit einer Kreditkarte profitieren zu können, ohne dabei das Risiko der Verschuldung einzugehen und dabei sogar das Risiko eines Datenmissbrauchs in den meisten Fällen durchschnittlicher Kartennutzer in Grenzen halten zu können? Wenn es nach den Anbietern der Karten ginge, wäre die so genannte Prepaid-Kreditkarte sowohl im gewerblichen wie privaten Bereich das Optimum unter den Zahlungsmitteln. So käme das Format als Guthaben-Kreditkarte für Firmen in Frage, um neuen Mitarbeitern (etwa in der Probezeit) nicht direkt vollen Zugang zu dem Girokonto zu gewähren. Für Familien könnten Eltern ihren Kindern die Möglichkeit geben, im Web per Kreditkarte zu zahlen.
Gebühren lauern an vielen Stellen der Vertragsvereinbarungen
Der Ansatz ist schlüssig und die Nutzer sind zufrieden. Zumindest hinsichtlich der einfachen Einsetzbarkeit der Prepaid-Kreditkarten. Doch an anderer Stelle weist das System der Guthaben-Karten deutliche Probleme auf, wenigstens für die Nutzer. Denn viele der Angebote erweisen sich auf den zweiten Blick in die AGB als Kostenfallen, wenn die Nutzer nicht sorgfältig mit den Bezahlkarten umgehen. Sorglos ausgewählt, kann die neue Karte schon bei den Grundgebühren pro Jahr Kosten von deutlich mehr als 50 Euro nach sich ziehen, durchschnittlich sind derzeit gut 30 Euro üblich. Des Weiteren ist das Geldabheben am Automaten vielfach kostenpflichtig. Bis zu drei Prozent der abgehobenen Summe sind nicht unbedingt die Ausnahme. Auch ein Minimum als Automatengebühr von rund fünf Euro findet sich bei vielen Prepaid-Kreditkarten.
Selbst für die Aufladung des Guthaben-Kontos werden bei vielen Prepaid-Anbietern Gebühren in Rechnung gestellt. Dann jedenfalls, wenn die Einzahlung mit einer fremden Karte erfolgt. Selbst bei den günstigen Tarifen liegt die Einzahlungsgebühr bei einem Euro, andernorts werden einmal mehr bis zu drei Prozent von der eingezahlten Summe direkt einbehalten. Als noch dreister empfinden betroffene Nutzer, wenn ihnen für den Versand von Kontoauszügen berechnet wird. Bei Zusendung im Monatsrhythmus kommen auch hierfür schnell zweistellige Beträge im Jahr zusammen. Einmal mehr empfehlen Finanzexperten den Verbrauchern, alle Konditionen eingehend zu lesen und zudem die wahrscheinlichen Gesamtkosten aufs Jahr hochzurechnen. Denn der direkte Vergleich der Prepaid-Kreditkarten ist bei unterschiedlichen Angaben zu den Abrechnungszeiträumen nicht immer ganz einfach. Aber es geht!
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