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Null Prozent beim Finanzierungskauf oft ein Trugschluss

09.12.2009 - Null Prozent beim Finanzierungskauf oft ein Trugschluss
 
Nicht nur aus den Vereinigten Staaten kennt man das folgende Phänomen: Kaum rückt die Weihnachtszeit näher, hegen die Verbraucher den sehnlichen Wunsch, Familienangehörigen und Freunden eine echte Freude mit teils kostspieligen Geschenken zu machen. Auch dann, wenn es eigentlich am nötigen Kleingeld auf dem Girokonto fehlt. Doch wozu bietet der Einzelhandel schließlich die Möglichkeit, die Geschenke mit einem Kredit zu finanzieren? Und dann wird gerade bei den Vertretern der Elektrohandelsketten mit einer Null-Prozent-Finanzierung geworben. Besser geht’s kaum. Oder?
 
Doch alle Jahre wieder raten die Verbraucherzentralen davor, dass nicht überall, wo der Begriff Null-Prozent-Finanzierung draufsteht, auch wirklich keine Finanzierungszinsen erhoben werden. Damit die Angebote ihren Namen aber zu recht tragen, dürfen den Kreditnehmern wirklich keine zusätzlichen Kosten entstehen, so die Einschätzung der Experten der Verbraucherzentralen. Versteckte ergänzende Kostenfaktoren sind jedoch vielerorts zu entdecken, wenn sich die Verbraucher die Mühe der Kostenanalyse machen. Eine oft genutzte Variante in den Werbungsaktionen ist etwa die, dass faktisch bis zu einer bestimmten maximalen Laufzeit keine Zinsen bei den Finanzierungskäufen erhoben werden. Sollen die Kredite aber länger geplant werden, erleben die Kunden der Einzelhandelsunternehmen schnell Zinssätze, die nur knapp unter der 10-Prozent-Hürde oder sogar darüber liegen.
 
Mindest-Kaufsummen bei Finanzierung gern genutzt
 
Auch mit anderen Maßnahmen werden die Kunden suggestiv dazu bewegt, mehr auszugeben, als sie möglicherweise eigentlich im Sinn hatten. So gilt bei etlichen Anbietern erst dann der Zinssatz von null Prozent, wenn die Kunden einen Einkauf mit einem Mindestwert in Höhe mehrerer Hundert Euro getätigt haben. Außerdem gilt auch bei den Finanzierungskäufen in vielen Fällen gerade für Selbständige sozusagen das Motto „Wir müssen leider draußen bleiben“. Nur langsam ändert sich diese Ablehnung der selbständigen Kundschaft gegenüber.
 
Extrakosten entstehen für die Kreditnehmer mitunter auch dann, wenn sie wegen bestehender Unklarheiten Kontakt zum finanzierenden Kreditinstitut aufnehmen. Kostenpflichtige Telefon-Hotlines sind ein beliebter Ansatz, um die Zinsausfälle anderweitig auszugleichen. Zu den weiterhin üblichen Nebenkosten für die Finanzierungen zählen die Verbraucherschützer auch die so genannten Restschuldversicherungen, die von Kreditnehmern in spe oft und gerne als Sicherheit verlangt werden. An der Police selbst haben die Kritiker nichts auszusetzen.
 
Für bedenklich halten die Verbraucherzentralen eher die Vorgehensweise bei der Vergabe der Kredite an die Konsumenten. Vielfach wird der Eindruck vermittelt, ohne Restschuldversicherung sei der Finanzierungskauf gar nicht möglich. Tatsächlich ist dies meist aber sehr wohl ohne Schwierigkeiten möglich. Bei Summen im dreistelligen Bereich ist dieser sonst sinnvolle freiwillige Versicherungsschutz aber eher nicht zwingend notwendig.
 

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