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Neues Wirecard-Angebot: Kreditkarte und Handy als Einheit?

09.06.2010 - Neues Wirecard-Angebot: Kreditkarte und Handy als Einheit?


Schon vor einigen Wochen berichteten wir an dieser Stelle über den neuen Service, den die Kreditkartengesellschaft Mastercard ihren (potentiellen) Kunden anbietet und mit eben diesem Service aus Sicht mancher Branchenkenner eine neue Ära beim digitalen Bezahlen einläuten könnte. Nun ist auch der deutsche Bezahldienstleister Wirecard in diesem Bereich aktiv geworden. Das Unternehmen bietet Kunden nun eine kostenlose Prepaid-Karte an, die als quasi-virtuelles Modell vorrangig für Online-Bezahlungen einsetzbar ist.

Zur Verwendung der neuen Leistung müssen sich Konsumenten einerseits für den neuen Dienst anmelden, darüber hinaus benötigen sie ein Handy. Was denkbar einfach klingt, erweist sich bei eingehender Betrachtung als ganz schön aufwendige Prozedur. Denn zunächst müssen die Verbraucher neben ihrer Handynummer auch verschiedene Personendaten im Rahmen einer Registrierung angeben. Den Abschluss bildet ein per SMS aufs Handy versandter Code, der auf der Wirecard-Homepage einzugeben ist. Wer denkt, jetzt endlich seine neue Prepaid-Kreditkarte als Zahlungsmittel nutzen zu können, irrt. Denn – und hier wird deutlich, dass auch die neue Wirecard Prepaid-Karte eben auch ihre Tücken hat – zunächst müssen die Nutzer natürlich eine entsprechende Überweisung vornehmen, damit überhaupt Geld auf der Karte landet. Prepaid bedeutet nun einmal: Erst einzahlen, um mit der Karte bezahlen zu können.

Vergleichsweise großer Aufwand vor der Nutzung

Hier zeigt sich auch eine weitere Besonderheit des Wirecard-Systems zur virtuellen Kreditkarte. Während bei den meisten normalen Karten im Prepaid-Format von jedem x-beliebigen Konto Einzahlungen möglich sind, akzeptiert Wirecard nur solche Anweisungen, bei denen Kontoinhaber und User der Online-Plattform identisch sind. Ist dies sichergestellt, sind die Gelder normalerweise binnen einer Frist von maximal drei Werktagen verfügbar. Schneller geht’s, wenn die Kunden eine Kreditkarte besitzen und auf diesem Wege Einzahlungen vornehmen, dann kann die Shoppingtour direkt beginnen. Stellt sich nur die Frage, warum diese Karteninhaber überhaupt den neuen Service in Anspruch nehmen sollten. Zumal die Gebühren mit einem Euro je Geldtransfer plus 3,0 Prozent der Einzahlungssumme nicht gerade gering ausfallen bei der Einzahlung per Kreditkarte.

Die eigentlichen Daten zur virtuellen Prepaid-Karte erhalten die Kunden erst nach Aufladung des Kontos. Mancher Verbraucher fragt sich vermutlich, welchen Mehrwert die virtuelle Karte im Vergleich mit herkömmlichen Karten bietet. Denn in der Tat besteht auch hier die Gefahr eines Missbrauch durch Dritte, wie bei allen Kartenzahlungen im Web. Dass die Täter nur vorab eingezahlte Gelder stehlen können, liegt in der Natur einer jeden Kreditkarte im Prepaid-Format. Einen wesentlichen Unterschied zu den bereits begehrten „greifbaren“ Prepaid-Angeboten gibt es somit nicht wirklich. Nur müssen Verbraucher im Vergleich mit etlichen anderen Karten nun auch noch ihr Handy zum Einsatz bringen.

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