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Keine Kredite aus Deutschland der EU für Griechenland in Aussicht

06.03.2010 - Keine Kredite aus Deutschland und der EU für Griechenland in Aussicht


Die Wellen im Umfeld der griechischen Finanzkrise und der drohenden Staatspleite schlagen in den vergangenen Tagen immer höher. Mittlerweile fordern viele Experten, dass so schnell wie möglich neue Regelungen auf dem internationalen Finanzmarkt geschaffen werden müssen, die dafür sorgen, dass Hedgefonds, Großbanken und andere Investoren zukünftig nicht mehr gegen schwach aufgestellte Länder spekulieren können. Insbesondere der so genannte CDS-Markt (Credit Default Swap) hat nach derzeitigen Informationen einen Anteil daran, dass verstärkt gegen Griechenland gehandelt wurde. Hierbei geht es vorrangig um Absicherungsgeschäfte, spekuliert wird auf Ausfallrisiken im Zusammenhang mit Kredit- und Anleihengeschäften. Dabei sollen gezielte Spekulationen auf eine Zahlungsunfähigkeit des ohnehin maroden Griechenlands vorgenommen worden sein.  
 
Für Griechenland ist zum jetzigen Zeitpunkt jedoch weitaus wichtiger, wie es nun weitergehen kann. Eines steht derzeit fest. Direkte Kredite wird es für das angeschlagene Land wenigstens einstweilen nicht geben. Dies liegt schon allein daran, dass weder die anderen Länder der Eurozone noch die Europäische Zentralbank überhaupt Finanzhilfen bereitstellen dürfen. Offiziell heißt es zu dieser Sache in den verschiedenen Gremien der EU, man werde keine Hilfskredite an Griechenland vergeben. Eher ist das Gegenteil der Fall, denn die Union hat einmal mehr betont, dass die Einhaltung des Sparkurses in Griechenland nicht nur angeordnet, sondern zudem auch regelmäßig genau kontrolliert werden müsse. Ähnlich sieht es bei der deutschen Bundeskanzlerin aus. Angela Merkel hat ihrerseits erneut klar Stellung bezogen und bekundet, Kredite für Griechenland werde es nicht geben.
 
Günstige Geldbeschaffung für Banken hilft auch Griechenland
 
Zumindest bezüglich der EZB wird letztlich aber dennoch nicht alles so heiß gegessen, wie es gekocht wird. Denn selbst wenn keine Mittel auf direktem Wege gewährt werden: Auch ohne gesonderte Darlehensprogramme kommen Gelder in die griechischen Kassen, weil die Europäische Zentralbank quasi stellvertretend für die Mitgliedsländer der EU Staatsleihen Griechenlands erwirbt. So hat man einmal mehr einen Umweg gefunden, um bestehende Interventionsverbote umgehen zu können.
 
Und noch mit einem weiteren Trick unterstützt die EZB das finanzschwache Land, ohne dass eine klare Vergabe von Darlehen überhaupt nötig wäre. Die EZB verlängerte erst in der vergangenen Woche eine Verlängerung der so genannten „Main Refinancing Operations“ bis wenigstens Mitte Oktober dieses Jahres. Auf diese Weise erhalten die europäischen Bankenhäuser fortgesetzt extrem günstig Geld von der Frankfurter EZB. Dieses frische Kapital investieren die Banken wiederum in Finanzprodukte, die mit deutlich höherer Verzinsung ausgegeben werden. Und obwohl viele große deutsche Bankenhäuser ankündigten, mit ihren Reserven keine griechischen Staatsanleihen erwerben zu wollen, gilt diese Aussage keineswegs nicht für alle Institute. Und so profitiert auch Griechenland von der bestehenden Niedrigzins-Politik. So braucht es möglicherweise gar nicht zwingend umfangreiche Kredite von der EU, um Griechenland von Seiten der anderen europäischen Länder Hilfe zuteil werden zu lassen.

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