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Immer mehr Zwangsversteigerungen von Immobilien in den USA

15.04.2010 - Immer mehr Zwangsversteigerungen von Immobilien in den USA


Einige Monate war es ruhig geworden um die Immobilienkrise, nun mehren sich Berichte über die möglicherweise bevorstehenden Probleme, mit denen der US-Immobilienmarkt in der nächsten Zeit zu rechnen haben könnte. Auch an dieser Stelle wurde bereits über die Möglichkeit berichtet, die Subprime-Krise könnte längst nicht überstanden sein. Viele Analysten befürchten, die Abschreibungen aus Kreditausfällen könnten erneut ansteigen. Bestätigt werden diese Spekulationen am heutigen Tage von Zahlen zur Eigenheim-Situation in den USA. Dort haben die Banken in den vergangenen Wochen so viele Eigenheime von Kreditkunden übernommen wie nie zuvor.
 
Der Häusermarkt sieht sich mit einem erneuten Auflodern der Immobilienkrise konfrontiert, weil viele Verbraucher nicht mehr in der Lage sind, laufenden Kreditverpflichtungen nachzukommen. Verantwortlich für diese negativen Entwicklungen auf dem US-Häusermarkt ist insbesondere die veränderte Situation auf dem Arbeitsmarkt: Viele Kreditnehmer haben ihren Job verloren, so dass ihnen nun das finanzielle Fundament für die Rückzahlung ihrer Immobiliendarlehen fehlt.
 
Einer Statistik des US-amerikanischen Daten-Dienstleisters Realytrac zufolge wurden allein im ersten Quartal 2010 verglichen mit dem Vorjahr etwa 16 Prozent mehr Zwangsversteigerungen als letzter Ausweg aus Kreditproblemen durchgeführt. Einen Negativ-Rekord erreicht auch der Wert der Eigenheim-Beschlagnahmungen. Hier liegt der Zuwachs im Vorjahresvergleich sogar bei dramatischen 35 Prozentpunkten. Die Beschlagnahmungen leiten im Prinzip den Prozess des endgültigen Immobilienverlustes für die Kreditkunden ein. Nicht nur im Vergleich zum Vorjahr werden die massiven Anstiege deutlich.
 
Auch Regierung gerät in Bedrängnis
 
Verglichen mit dem ersten Monat des neuen Jahres stieg die Zahl der Zwangsversteigerungen im Februar sogar um knapp 19 Prozent. In mehr als 367.000 Fällen zogen die Geld gebenden Kreditinstitute die Notbremse. Einen ähnlich hohen Wert verbuchte der US-Immobilienmarkt zuletzt Anfang 2005. Sollten sich die Prognosen aus dem Hause Realytrac bestätigen, stünde dem US-Markt ein schwarzes Jahr bevor. Über vier Millionen Zwangsversteigerungen erwarten die Analysten bis zum Jahresende insgesamt. Hinzukommen mehr als eine Million Beschlagnahmungs-Vorgänge, die prognostiziert werden. Frühestens 2011 sei mit einer möglichen (leichten) Erholung des Immobilienmarktes zu rechnen.
 
Was für betroffenen Kreditnehmer eine existentielle Bedrohung darstellt, ist auch politisch brisant. Denn die Maßnahmen der US-Regierung zur Stabilisierung des Marktes greifen derzeit noch immer nur eingeschränkt. Auch der Kampf der Regierung Obama gegen die Zwangsvollstreckungen wirkt nur sehr bedingt. Angesichts der im Herbst anstehenden Kongresswahlen sind diese Entwicklungen Wasser auf den Mühlen der Opposition, die der Regierung schon seit Monaten vorwirft, in zu geringem Maße im Interesse der Wähler aktiv zu werden und etwas gegen die steigende Zahl der Zwangsvollstreckungen zu unternehmen.

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