Griechenland kann sich Nutzung der Rettungspläne vorstellen
11.04.2010 - Griechenland kann sich Nutzung der Rettungspläne vorstellenWelch ein Hin und Her es in der Politik geben kann, erfahren aufmerksame und Politik interessierte Bürger derzeit in imposanter und zugleich verwirrender Weise mit Bezug auf die Meldungen zu möglichen Hilfspaketen für das finanziell marode Griechenland. Undurchsichtiger kann eine politische Lage kaum sein. Noch bis zum gestrigen Abend war vom griechischen Finanzminister Giorgos Papaconstantinou zu vernehmen, dass seine Heimat aller Wahrscheinlichkeit nach auf die Inanspruchnahme von etwaigen Finanzhilfen verzichten werde. Für Insider waren diese Statements weniger überraschend als für Laien, denn die zu erwartenden Konditionen für Rettungskredite, wie sie etwa von der deutschen Kanzlerin in Aussicht gestellt worden waren, entsprachen kaum den Vorstellungen der griechischen Regierung.
Und auch Finanzexperten hatten darauf hingewiesen, dass Darlehen zu marktüblichen Bedingungen kaum eine wirkliche Hilfe für das angeschlagene Griechenland sein könnten. Denn die Kosten für derlei Kredite sind für das in seiner Kreditwürdigkeit extrem negativ eingestufte Griechenland eigentlich nicht finanzierbar. Nun sind sich die Finanzminister der Euro-Länder laut einer Stellungnahme von Charilaos Stavrakis, dem Finanzminister Zyperns, einig geworden. In ihren heutigen Gesprächen konnte man sich nun also auf einen Rettungsplan einigen, der Griechenland aus der wirtschaftlichen Misere helfen soll. Einstimmig, so heißt es in den Presseberichten, haben sich die 16 Euro-Länder im Rahmen der angesetzten Telefonkonferenz für den Plan ausgesprochen.
Finanzieller Rahmen für Rettungsmodell der Euro-Länder steht
Bereits im ersten Jahr der Hilfsmaßnahmen könnten die Euro-Länder eine Summe von 30 Milliarden Euro bereitstellen, wie Jean-Claude Juncker in seiner Aufgabe als Vorsitzender der Euro-Gruppe bekannt gab. Wie hoch der Beitrag des Internationalen Währungsfonds sein würde, muss noch festgelegt werden. Dreh- und Angelpunkt der Rettungspläne ist jedoch nach wie vor, dass Griechenland um die Hilfe der anderen Mitgliedsstaaten der Eurozone bitten muss. Und genau in diesem Punkt hat Griechenland Ministerpräsident Giorgos Papandreou am Wochenende endlich wenigstens die Bereitschaft erkennen lassen. Zunächst wolle man darauf hoffen, dass die Ankündigungen der Finanzhilfen bereits ausreichen, um die Märkte zur Ruhe kommen zu lassen.
Erst wenn dieser Ansatz nicht den gewünschten Effekt zeigen sollte, wolle man die Angebote der Europäischen Union und des Internationalen Währungsfonds auch wirklich für sich nutzen. Nachdem das Rating Griechenlands erneut herabgestuft worden war, ist für viele Finanzexperten nicht mehr verständlich, weshalb sich die Regierung in Griechenland nicht endlich auf die Hilfe von außerhalb einlässt. Druck auf Griechenland üben zudem auch die anhaltenden Diskussionen darüber aus, ob sich das Land die Gemeinschaftswährung Euro eigentlich wirklich leisten kann.
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