GfK-Studie weist auf geringes Vertrauen in Bankenbranche hin
15.03.2010 - GfK-Studie weist auf geringes Vertrauen in Bankenbranche hinVor allem die Sparkassen waren im Zuge der Finanzkrise immer wieder zu recht stolz auf das Vertrauen, das ihnen von Kundenseite trotz der problematischen Situation in den Bankenbranche entgegen gebracht wurde. Doch nun sind es die Sparkassen und Genossenschaftsbanken, die sich laut den Ergebnissen der Finanzberatung FMH über deutlich höhere Gebühren für die Automatennutzung an den Kunden anderer Institute zu bereichern versuchen. Verglichen mit den Gebühren aus dem Juli des vergangenen Jahres liegen die Gebühren auf dem deutschen Markt im Falle einer Geldabhebung durch so genannte Fremdkunden knapp 13 Prozent höher. Im Schnitt erheben die Institute hierzulande mehr als 5,60 für eine Abhebung an einem Automaten einer Bank, die nicht die eigene Hausbank ist oder wenigstens dem jeweiligen Automatenverbund angehört.
In Verbindung mit der nach wie vor häufig schlechten Beratungsqualität hinsichtlich der verschiedenen Finanzprodukte sowie der immer wieder kritisierten intransparenten Kennzeichnung von Geldanlagen ist dementsprechend auch das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage der bekannten Gesellschaft für Konsumforschung nicht weiter verwunderlich. Im Auftrag der Welt am Sonntag hatte die GfK die Verbraucher gefragt, ob und wie sehr sie mit Arbeit von Unternehmen aus acht verschiedenen Branchen zufrieden sind bzw. ob sie diesen vertrauensvoll gegenüberstehen. Im Rahmen der üblichen Skala von 0 bis 5 durften die Umfrageteilnehmer Noten vergeben. Mit einem für die Banken alles andere als positiven Ergebnis.
Nur wenige Kunden haben vollstes Vertrauen in Institute
Während selbst die zuletzt stärker in die Kritik geratenen Discounter eine durchschnittliche Note von 3,3 erhielten, müssen sich die Banken mit einer 2,1 zufrieden geben. Die Stimmung der Kunden tendiert also in Richtung Unzufriedenheit. Die Aufschlüsselung der Ergebnisse macht die Skepsis der Verbraucher gegenüber den Banken noch offensichtlicher. Rund jeder sechste Teilnehmer der Umfrage gab an, den Vertretern der Finanzbranche momentan überhaupt nicht mehr zu vertrauen. Währenddessen äußerten nur vier Prozent der Befragten gegenüber den Mitarbeitern der GfK, sie vertrauten den Banken auf ganzer Linie. Nur die Versicherungsgesellschaften bringen es mit 2,0 Prozent bei der Aussage „ich vertraue den Unternehmen voll und ganz“ auf einen noch schlechteren Wert.
Einen Blick ist auch die unterschiedliche Gewichtung der Aussagen in Ost- und Westdeutschland wert. Im Osten erreicht das Vertrauen in die Banken eine Durchschnittsnote von 2,0, im Westen hingegen liegt der Wert mit 2,1 knapp darüber. Zufrieden können die Banken mit diesen Ergebnissen sicher nicht sein. Gerade im Vergleich mit anderen Branchen wie den Lebensmitteldiscountern, die selbst mit Renommee-Schäden zu kämpfen haben, ist erkennbar, wie sehr das Image der Geldinstitute in den vergangenen Monaten gelitten hat. Besserung könnte durch die Umsetzung der Ankündigungen zu neuen Produkt-Informationen mit allen Vor- und Nachteilen erreicht werden. Dazu gehört nicht nur die besagte Transparenz, sondern vorrangig auch die übersichtliche Darstellung der Produkte und der mit den Investitionen verbundenen Kosten. Schließlich spielt das Vertrauen sowohl bei potentiellen Kreditkunden als auch Investoren eine entscheidende Rolle.
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