EU-Hilfspaket für Griechenland beschlossen
26.03.2010 - EU-Hilfspaket für Griechenland beschlossenInnerhalb der 16 Mitgliedsstaaten der Eurozone gibt es Einigkeit über ein Hilfspaket für das finanziell angeschlagene Griechenland. Der jetzt vorgestellte Plan wurde hauptsächlich von Deutschland und Frankreich erarbeitet und enthält einen Mix aus bilateralen Hilfen innerhalb der Eurozone und Krediten des Internationalen Währungsfonds (IFW). Den größeren Teil tragen dabei jedoch die europäischen Staaten und dieser soll anhand ihrer Beteiligung an der Europäischen Zentralbank ausfallen, was Deutschland ca. 20% der Last aufbürden würde. Auf einen solch hohen Anteil der europäischen Hilfen hat vor allem der französische Präsident Sarkozy gedrängt, weil aus dessen Sicht sonst die Gefahr einer Glaubwürdigkeitskrise der EU und auch des Euro bestünde.
Kredite sollen nur im absoluten Notfall vergeben werden
Die in dem Hilfspaket gemachten Zusagen sollen in erster Linie zeigen, dass die EU-Länder Griechenland im größten Notfall helfen würden. Dies impliziert auch, dass die Kredite wirklich nur dann vergeben werden, wenn Griechenland an den Kapitalmärkten keine Finanzierungsmöglichkeiten mehr erhält. Auch von griechischer Seite kam bereits das Signal, dass die Kredite wohl nicht in Anspruch genommen werden, da man nach wie vor versucht, durch ein eigenes Sparprogramm die Finanzen wieder in den Griff zu bekommen, wie Giorgos Papakonstantinou, Griechenlands Finanzminister, zusicherte.
Beruhigung der Finanzmärkte erwartet
Der Vorsitzende der Eurogruppe, der luxemburgische Premierminister Jean-Claude Juncker, geht im Allgemeinen davon aus, dass die Spekulanten sich von nun an wesentlich vorsichtiger bewegen, was für die Situation Griechenlands an den Kapitalmärkten nur positiv sein könne. Mit diesem Hilfspaket hätte die Eurogruppe gezeigt, dass man hinter Griechenland stehe. Trotzdem geht auch er davon aus, dass die Griechen das Hilfspaket nicht in Anspruch nehmen werden, weil die Sanierungsvorschläge der griechischen Regierung sehr glaubwürdig seien, hieß es weiter.
Das Hilfspaket gilt wirklich nur für Griechenland
Eine weitere wichtige Botschaft, die von dieser Einigung ausgeht, besteht darin, dass andere Euroländer sich zunächst keine Hoffnungen darauf machen brauchen, ebenfalls EU-Hilfen in Anspruch nehmen zu können. Dies betonte der EU-Ratspräsident Hermann Van Rompuy noch einmal ganz eindringlich, denn Griechenland sei wirklich ein besonders harter Fall, wohingegen die finanziellen Schwierigkeiten von Portugal beispielsweise ganz anders bewertet werden müssten. Auch die Portugiesen hatten zuletzt mit einer Herabstufung ihrer Kreditwürdigkeit zu kämpfen, weil die Verschuldung ein zu hohes Ausmaß erreicht hat. Es bleibt spannend, zu sehen, wie die Finanzmärkte auf das beschlossene Hilfspaket reagieren werden und ob der Euro und die EU daraus gestärkt hervorgehen oder das Signal in der Welt eher als Ausruf von Hilflosigkeit verstanden wird.
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