Erneute Subprime-Krise auf dem US-Kreditmarkt?
13.04.2010 - Erneute Subprime-Krise auf dem US-Kreditmarkt?Als einer der großen Auslöser der internationalen Finanz- und Wirtschaftskrise wird die so genannte Subprime-Krise genannt, die ihren Anfang in den USA nahm. Damals konnten viele Kreditnehmer ihre laufenden Darlehenskosten nicht mehr pünktlich bedienen, was letzten Endes zum Zerplatzen der Kreditblase führte. In den vergangenen Monaten beruhigten sich die internationalen Märkte allmählich wieder, zumindest lassen das die Aussagen vieler Insider vermuten. Doch gänzlich scheint die Finanzkrise nicht überstanden, wie die aktuellen Daten aus den USA verdeutlichen.
Während die Zentralbanken mittlerweile erste Überlegungen anstellen, ob nun der richtige Moment gekommen sei, um das „billige Kapital“, das man in der akuten Krisenphase als Stabilisierungsmaßnahme in den Markt gepumpt hatte, wieder aus dem Markt herauszuziehen, machen sich auf dem US-Kreditmarkt seit einigen Monaten erneut Probleme bemerkbar. So waren Schuldner in den USA in den letzten drei Monaten des Jahres 2009 verstärkt unfähig, ihre Kreditkosten in vollem Umfang zu finanzieren. Kein Problem, mag mancher Laie denken. Denn wozu haben die Kreditinstitute in der Vergangenheit hohe Rückstellungen zur Gegenfinanzierung derartiger Ausfälle gebildet. Tatsächlich ist dieser Hinweis in gewisser Weise berechtigt. Doch die Situation ist längst nicht so entspannt, wie mancher es sich aufgrund der beruhigenden Worte der Banken vielleicht denkt.
Rückstellungen gegen Kreditausfälle bei großen US-Banken zu niedrig
Schon jetzt warnen Analysten davor, dass viele der Großbanken wie die Bank of America oder Morgan Chase in den kommenden Monaten zusätzliche Rückstellungen bilden müssten, um dem steigenden Absicherungsbedarf gerecht zu werden. Rund 30 Milliarden US-Dollar fehlen angesichts der steigenden Ausfälle bei den Hypothekenkrediten angeblich in den Kassen der Institute, die für den Ernstfall bereits bis zu 125 Milliarden Dollar zur Seite gelegt hatten. Die bevorstehenden Abschreibungen aus dem Hypothekengeschäft könnten zukünftig zunehmend an den Gewinnen aus dem Vorjahr zehren.
Grund für die zunehmenden Kreditausfälle sind weiterhin die besagten Subprime-Darlehen, also jene Immobilienkredite, die an Kunden mit eher schlechter Bonität vergeben wurden. Allein die Bank of America, die Citigroup, Wells Fargo und JP Morgan sind Geldgeber bei 42 Prozent aller Subprime-Darlehen in den USA. Man muss kein Finanzexperte sein, um aus den Erfahrungen der vergangenen Jahre abzuleiten, dass eine Zunahme der Kreditausfälle aufgrund der globalen Vernetzung der Finanzmärkte und insbesondere in der Bankenbranche nicht nur in den USA Spuren hinterlassen könnte. Noch immer sind auch viele deutsche Banken auf dem US-Markt aktiv und würden von einer erneuten Krise in Mitleidenschaft gezogen. Letztlich träfe eine neue Kreditkrise also auch die deutschen und europäischen Anleger und Bankkunden.
Anzeigen
Newsletter
Ratenkredit-Anbieter.de Newsletter informiert
über: