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Dispo-Zinssätze laut Verbraucherschützern weiterhin zu hoch

23.07.2010 - Dispo-Zinssätze laut Verbraucherschützern weiterhin zu hoch


In dieser Woche hatten die Banken in Deutschland kein sonderlich leichtes Leben. Erst kritisierten Verbraucherschützer und die Bundesverbraucherschutzministerin die Tatsache, dass die Banken bei der Beratung zu verschiedenen Produkte die neuen gesetzlichen Vorgaben im Hinblick auf die Protokollierung der Beratungsgespräche noch immer nicht in ausreichender Form berücksichtigen. Doch damit nicht genug. Auch ein anderes Thema brennt den Verbraucherzentralen dieser Tage unter den Nägeln, weil die Banken das erhoffte Umdenken vermissen lassen.

Erneut ist es die Arbeitsweise beim Dispositionskredit, der Kunden mit ausreichender Bonität als Extra zum Girokonto bereitgestellt wird. Die kritischen Stimmen kommen dieses Mal von der Verbraucherzentrale Hessen. Und auch die Grünen-Bundestagsfraktion schließt sich dem Einspruch der Verbraucherschützer an. Die Banken, so der Vorwurf, bleiben weiterhin ihrer Hochzins-Politik beim Dispo treu, anstatt die günstigen Zinssätze auch den Kunden zuteilwerden zu lassen. Denn wie gehabt sind die Zinssätze bei den bekannten Kreditprodukten verbraucherfreundlich, einzig die Dispo-Zinsen liegen vereinzelt bei Werten von nur knapp unter der Grenze von 20 Prozent. Besonders im Kreuzfeuer: Die Sparkassen. Die öffentlich-rechtlichen Institute nutzen ihre Stellung als Anbieter mit guten Zugangsmöglichkeiten zum Girokonto angeblich nur allzu gerne aus, um sich an den Nutzern des Dispo-Rahmens zusätzlich zu bereichern.

Zinsniveau dient der Risikoabdeckung

Für die Bündnis90/Die Grünen ist diese Vorgehensweise nichts anderes als ein nicht zu rechtfertigendes Vorgehen der Banken. Während die normalen Dispo-Zinsen in Hessen derzeit bei bis zu 13,75 Prozent liegen, verlangen die Banken und Sparkassen vor Ort zum Teil maximale Zinssätze von 18,75 Prozent. Für sinnvoll und angemessen halten die Verbraucherschützer auf Basis des momentanen Leitzinses einen Zinssatz von maximal sechs Prozent für die Dispo-Nutzung und höchstens neun Prozent pro Jahr im Falle einer Überziehung des Kreditrahmens. Kritisiert wird von den Verbraucherschützern vor allem, dass die Zinssätze bei den Geldanlagen sehr wohl an die Zinssituation angepasst worden sind. Betroffen vom Problem sind vor allem die Kunden, die regelmäßig oder gar dauerhaft Gebrauch vom Dispo-Darlehen machen.

Wie nicht anders zu erwarten war, wollen die kritisierten Banken von einer regelrechten Ausbeutung ihrer Kunden natürlich nichts wissen. Für die Institute steht fest, dass sie durch die hohen Zinssätze lediglich ihre Risiken abdecken. Denn im Falle einer Dispo-Nutzung entscheide der Kunde selbst ohne vorherigen Kreditantrag und Prüfung, ob und wann der Kreditrahmen genutzt wird. In vielen Fällen würden die Gelder nicht mehr zurückgezahlt. Ausfälle dieser Art, so die Banken, müssten durch die höheren Zinsforderungen frühzeitig abgefangen werden. 

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