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Deutschen Bankkunden mangelt es am Vertrauen in die Bankenbranche

25.02.2010 - Deutschen Bankkunden mangelt es am Vertrauen in die Bankenbranche


Geht ein Kunde zum Einkaufen in irgendein Geschäft des Einzelhandels und ist im Rahmen seiner Shoppingtour nicht mit dem vor Ort gebotenen Service zufrieden, endet dies aller Wahrscheinlichkeit nach mit der immer gleichen Konsequenz: Der betreffende Verbraucher wird die besagte Adresse vermutlich so bald nicht wieder ansteuern und zudem Freunden und Bekannten von seiner Verärgerung über mangelnde Qualität und Beratung berichten. Für die Unternehmen kann dies schlimmstenfalls ernste existentielle Konsequenzen nach sich ziehen.
 
Was genau das Ergebnis einer aktuellen Studie bezüglich der Unzufriedenheit vieler Bankkunden für die zahlreichen Institute im Lande bedeutet, muss sich erst noch zeigen. Bekannt ist hingegen dank der Arbeit des renommierten Meinungsforschungsinstitutes Gallup, dass viele Bürger in Deutschland nicht gerade von einer festen Bindung an die eigene Hausbank sprechen können. Insgesamt wurden knapp 3800 deutsche Bankkunden befragt, vertreten waren dabei sowohl Kunden von Privatbanken als auch von Genossenschaftsbanken und den Sparkassen. Mit dem Ergebnis, dass es oftmals nicht nur an der eigentlich nötigen Verbundenheit fehlt, schlimmer noch wirkt auf Experten die Tatsache, dass die Anleger und Kontonutzer vielfach nicht einmal von einem wirklichen Vertrauen in ihre Bank sprechen können.
 
Nur selten ein Gefühl der Bindung zwischen Kunden und Institute
 
Lediglich 14 Prozent der Befragten gaben in der Umfrage an, wirklich ein Gefühl der Verbundenheit zu ihrer gewählten Kreditbank zu haben. Aufgeschlüsselt liegt dieser Prozentsatz bei den Genossenschaftsbanken mit 19 Prozent letztlich über den Werten der Sparkassen oder Privatinstituten, bei denen der Wert nur bei 13 bzw. 11 Prozent liegt,
 
Schlimmer als das mangelnde Verbundenheitsgefühl, das früher noch ein wichtiges Kriterium für die Kontoeröffnung war für viele Verbraucher, wird von Experten allerdings gewertet, dass nur etwa 21 Prozent der Teilnehmer der Gallup-Umfrage der festen Überzeugung sind, dass die Berater ihrer Bank wirklich einen guten Job ohne Fehler machen, wenn es um die Beratung und Empfehlung von Produkten geht. In der Kombination mit der Aussage von 26 Prozent der Umfrageteilnehmer, die nicht an die Einhaltung von Zusicherungen durch ihre Banken glauben, ergibt sich in diesem Punkt eine durchaus bedenkliche und brisante Mischung. 
 
Überraschend in diesem Zusammenhang sind dann aber die Angaben, dass im vergangenen halben Jahr gut zwei Drittel der Befragten in den Filialen ihrer Bank zu Gast waren. 42 Prozent der Verbraucher nehmen den Weg gar monatlich auf sich. Wie unsicher die Bürger der Bankenlandschaft gegenüber stehen, wird spätestens dann deutlich, wenn man liest, dass nur etwas mehr als ein Viertel der Teilnehmer der Umfrage der Meinung sind, ein Wechsel der Hausbank wäre komplizierter Natur. Und dennoch nutzt nur ein eher geringer Anteil der Deutschen die Wechselmöglichkeit und hält der Hausbank letztlich doch die Treue.
 
Dies spricht einmal mehr dafür, dass die Kunden im Grunde kaum von gravierenden Unterschieden beim Service der verschiedenen Bankenformen ausgehen. Frei nach dem Motto: Wo ich schlecht beraten werden, spielt auch keine Rolle. Für die Banken sollten solche Umfragen jedenfalls endlich als Initialzündung dafür sorgen, endlich an der Qualität der Produkt-Kennzeichnung und ihren Produkten an sich zu arbeiten. Dazu gehört auch die Verbesserung der seit 2010 gesetzlichen Protokollierungspflicht bei Beratungsgesprächen. Hier werden – so kritisieren es die Verbraucherzentralen aktuell erneut – vielfach nicht einmal die Mindestanforderungen des Gesetzgebers eingehalten. Und schlimmer noch: Die Verbraucherschützer fürchten sogar, die Anleger könnten durch die Form der Beratung bewusst manipuliert werden, etwa indem nachträglich Korrekturen an den Protokollen vorgenommen werden. Zeit für die Banken, die Anleger wieder als wirkliche Kunden zu erkennen, die jederzeit die freie Wahl der Bank haben.

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