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Deutsche Wirtschaft will sich an Griechenland-Hilfen beteiligen

30.04.2010 - Deutsche Wirtschaft will sich an Griechenland-Hilfen beteiligen

Nach Informationen der Nachrichtenagentur „Reuters“ sind die deutschen Banken, einige Versicherungen und auch ein Industrie-Unternehmen daran interessiert, einen freiwilligen Beitrag zum Rettungspaket für Griechenland zu leisten. Aktuell gebe es bereits informelle Zusagen für einen Betrag von 2 Milliarden Euro, jedoch gebe es Planungen, bis zu 6 oder 7 Milliarden Euro zu sammeln, um ein Zeichen zu setzen. Dabei scheint jedoch noch nicht klar zu sein, um welche Art von Hilfen es sich handelt, wobei verschiedene Optionen zur Verfügung stehen, die von richtigen Krediten zu günstigen Konditionen bis hin zum Kauf griechischer Anleihen reichen.
Deutsche Bank-Chef Ackermann übernimmt Führungsrolle beim Hilfspaket der deutschen Wirtschaft
Josef Ackermann, der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bank, scheint Medienberichten zufolge eine Führungsrolle bei der Sammlung der Finanzhilfen für Griechenland aus der deutschen Wirtschaft übernommen zu haben, auch wenn von der Deutschen Bank diesbezüglich bisher noch keine Bestätigungen vorliegen. Offenbar ist ein solches privates Hilfspaket europaweit noch einzigartig, denn aus anderen Ländern gibt es keine entsprechenden Meldungen. Auch aus der Bundesregierung kamen positive Reaktionen auf diese Absicht, zumal eine Beteiligung der Finanzinstitute auch schon in der Politik diskutiert wurde. Rainer Brüderle lud die Banken herzlich dazu ein, sich durch stabilisierende Käufe von griechischen Anleihen am Hilfspaket zu beteiligen.
Freiwillige Beteiligung der Wirtschaft entlastet die Bundesregierung
Das Hilfspaket der Wirtschaft kommt der Bundesregierung offenbar gerade sehr gelegen, denn es fällt aktuell schon recht schwer, die bislang zugesagten 8,4 Milliarden Euro vor den Bürgern und auch den eigenen Fraktionen zu rechtfertigen. Eine freiwillige Beteiligung der Banken könnte in diesem Punkt für Entspannung sorgen, zumal noch nicht klar ist, ob die Unterstützungskredite der EU nicht sogar schon in diesem Jahr aufgestockt werden müssen. Direkt vor der Landtagswahl in NRW wäre eine entsprechend gute Nachricht im Griechenland-Desaster für die schwarz-gelbe Regierung auf jeden Fall ein gutes Signal.
Die zukünftige Entwicklung in der Griechenland-Problematik ist höchst unklar
Aktuell ist die Situation Griechenlands offenbar noch nicht komplett bekannt, denn es gibt erste Stimmen, die von einem wesentlich höheren Kapitalbedarf ausgehen, als die momentan zugesagten 45 Milliarden Euro durch die EU und den IWF. Dazu kommt aus Expertenkreisen die Befürchtung, dass der aktuell ausgeschlossene Forderungsverzicht mit Abschlägen zwischen 30 und 50% spätestens im nächsten Jahr nötig sein wird. Es gibt also noch keine genauen Auskünfte über das Ausmaß dieser Finanzkatastrophe und man darf gespannt sein, wie diese mit vereinten Kräften zu lösen sein wird.

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