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Deutsche Studenten oft mit erheblichen finanziellen Problemen

29.03.2010 - Deutsche Studenten oft mit erheblichen finanziellen Problemen


Lehrjahre sind keine Herrenjahre. So die bekannte deutsche Redewendung, die sich inzwischen auch auf bis zu den Studierenden im Land herumgesprochen hat. Es ist längst kein Geheimnis mehr, dass die Tage der so genannten Bummelstudenten mehrheitlich Geschichte sind. Seit Einführung der Studiengebühren kann es sich im Grunde kein angehender Akademiker mehr leisten, unnötig viel Zeit verstreichen zu lassen zwischen Seminarraum und Nebenjob. Und zwar nicht nur bezüglich der eigenen Lebensplanung. Auch und gerade die finanzielle Situation der Studierenden spitzt sich seit einigen Jahren stetig zu.
 
Das beweisen die aktuellen Zahlen des Deutschen Studierendenwerkes. Sage und schreibe vier von zehn immatrikulierten jungen Deutschen kämpft mit finanziellen Fällen. Viele Studienabbrecher (gut 20%) begründen sogar ihr vorzeitiges Studien-Ende mit den wirtschaftlichen Problemen, die ein Studium heute für die jungen Menschen mit sich bringt. Das fand das Hochschul-Informations-System in einer Umfrage unter etwa 4700 Studierenden heraus.
 
Verwunderlich sind die Geldsorgen der heutigen Studierenden nicht unbedingt, denn nach Erhebungen des Studentenwerkes sind die monatlichen Gesamtkosten im Studium mittlerweile auf rund 700 Euro gewachsen. Selbst mit BAföG – etwa ein Viertel der deutschen Studenten bezieht Ausbildungsbeihilfe – und elterlicher Unterstützung (90% der Studierenden werden von der Familie mehr oder weniger großzügig bezuschusst) sind diese Summen mitunter nicht aufzubringen. Eng wird es letztlich spätestens dann, wenn zu den dauerhaften Kosten unerwartete Ausgaben wie die Reparatur der Waschmaschine kommen. Und aufgrund der neuen Studiengangs-Ausrichtungen will es vielen Studierenden einfach zeitlich nicht gelingen, noch neben dem Studium zu arbeiten.
 
Studienkredite müssen sinnvoll geplant und genutzt werden
 
Natürlich gibt es Mittel und Wege für die Akademiker und Akademikerinnen von Morgen, die eigene Situation über einen Studentenkredit oder ein Darlehen zur Bewältigung der Studiengebühren zu verbessern. Solche Angebote gibt es etwa bei der staatlichen Förderbank KfW. Problematisch können solche Bildungskredite aber dann werden, wenn die Studierenden wahlweise mit dem daraus resultierenden Druck oder schlicht mit Geld nicht umgehen können. Wird der Kredit möglicherweise eher dazu genutzt, die überhöhten Handyrechnungen oder Ausflüge ins Nachtleben zu finanzieren, ist das nach Erfahrung der Schuldnerberatungen an deutschen Unis vielfach der Start in eine möglicherweise langfristige Schuldnerkarriere.
 
Die Schuldenexperten beklagen ohnehin, dass den Studierenden viel zu selten entsprechende Anlaufstellen auf dem Campus angeboten werden, um mit Hilfe von Profis einen Weg aus der Finanzmisere zu finden, ohne den erstbesten Kredit in Anspruch zu nehmen. Gegen den Sinn und Zweck von Studienkrediten spricht man sich damit nicht aus. Vielmehr sollten die Gelder aus einem solchen Darlehen auch für den richtigen Zweck verwendet werden. Als finanzieller Freifahrtschein sollten die Kredite nicht verstanden werden. 

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