Deutsche Bank plant den Verkauf der BHF-Bank
14.05.2010 - Deutsche Bank plant den Verkauf der BHF-BankDie Deutsche Bank beabsichtigt, sich von der Tochtergesellschaft BHF-Bank zu trennen. Dabei soll die BHF-Bank aber keinesfalls zerschlagen werden. Stattdessen will die Deutsche Bank das Kreditinstitut BHF-Bank als Ganzes veräußern. Das über 150 Jahre alte Traditionshaus BHF-Bank mit Sitz in Frankfurt wies zuletzt eine Bilanzsumme von knapp 22 Mrd. Euro aus. Rund 2 100 Mitarbeiter sind momentan noch bei der zum Verkauf stehenden Bank beschäftigt. Die BHF-Bank (Berliner Handels- und Frankfurter Bank) ging ursprünglich aus einem Zusammenschluss der Frankfurter Bank und der Berliner Handels-Gesellschaft hervor.
Deutsche Bank will Bieterverfahren einleiten
Der Verkauf der BHF-Bank befindet sich momentan noch im Anfangsstadium, soll aber möglichst schnell über die Bühne gebracht werden. Die Deutsche Bank beabsichtigt deshalb, in den kommenden Tagen gezielt Kaufinteressenten anzuschreiben. Diesen sollen dann weiteren Informationen zu finanziellen und wirtschaftlichen Lage der BHF-Bank zugänglich gemacht werden.
Großes Interesse am Kauf der BHF-Bank sollen die LGT Bank aus Liechtenstein und die schwedische Svenska Handelsbanken haben. Auch der französischen BNP Paribas und der Banco Santander aus Spanien werden Chancen auf eine Übernahme der BHF-Bank eingeräumt. Die schweizerische Privatbank Sarasin hat ihr angebliches Interesse an einer Übernahme bereits öffentlich bestritten. Der Buchwert der BHF-Bank liegt aktuell bei rund 600 Millionen Euro. Aus internen Quellen aber heißt es, dass mit einem deutlich niedrigeren Kaufpreis zu rechnen ist. Ein früher Verkauf der BHF-Bank scheiterte bereits zuvor einmal an einem zu hohen Kaufpreis.
BHF-Bank als Tochter von Sal. Oppenheim
Die BHF-Bank war ursprünglich die größte Tochtergesellschaft der renommierten Kölner Privatbank Sal. Oppenheim. Im Jahr 2004 hatte Sal. Oppenheim die BHF-Bank von der niederländischen ING Groep übernommen. Die Privatbank Sal. Oppenheim geriet jedoch im Zuge des Zusammenbruchs des Arcandor Konzerns in erhebliche finanzielle Schwierigkeiten. Aus diesem Grund entschloss man sich bei der Deutschen Bank zur Übernahme der Kölner Traditionshauses. Als Folge dieser Übernahme gelang die Deutsche Bank schließlich auch in den Besitz der BHF-Bank. Die Deutsche Bank hatte für die Übernahme von Sal. Oppenheim inkl. der BHF-Bank rund 1,3 Milliarden Euro gezahlt.
Umstrukturierung von Sal. Oppenheim
Der Grund für die Veräußerung der BHF-Bank ist der Plan der Deutschen Bank, das Geschäftsfeld der Privatbank Sal. Oppenheim nach der Übernahme neu auszurichten. Das Kölner Bankhaus soll sich in Zukunft ausschließlich auf die Vermögensverwaltung von wohlhabenden Bankkunden konzentrieren. In dieses Konzept passt die BHF-Bank nicht mehr hinein. Die Eingliederung der BHF-Bank wäre laut Aussage von Deutsche Bank Chef Josef Ackermann eine äußerst kostspielige Mammutaufgabe geworden.
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