Das Handy als Zahlungsmittel nimmt immer konkretere Formen an
20.09.2010 - Das Handy als Zahlungsmittel nimmt immer konkretere Formen an
Bereits im Mai dieses Jahres berichteten wir darüber, dass die Vision, das eigene Handy als bargeldloses Zahlungsmittel zu verwenden, bei den Anbietern diskutiert wird. Ein Beispiel für eine konkrete Umsetzung findet sich derzeit in Polen, denn der dortige Mobilfunkanbieter Era testet gerade eine Technologie, die es erlaubt, das Handy in Verbindung mit einem Scanner an der Kasse eines Geschäftes zu nutzen und somit eine Zahlung über das Girokonto oder auch die Kreditkarte abzuwickeln. Die Vorteile lägen dabei klar auf der Hand, denn der Bezahlvorgang wäre wesentlich unkomplizierter und würde auch noch schneller von Statten gehen, zumal ein verlorenes Handy erstens schneller auffallen würde und zweitens einfach aus der Ferne gelöscht werden könnte, so dass Diebe keine Verwendung für das Handy hätten.
Handyzahlung soll über bestimmte Antenne funktionieren
Die bargeldlose Bezahlung über das Handy soll so ablaufen, dass man lediglich noch eine PIN eingeben und das Handy an einen Scanner halten muss, um den Vorgang letztlich abzuschließen. Für die Funktionsweise wird eine kleine Zusatzantenne in das Handy implementiert, die nach Aussage von Ramona Stahl von der Deutschen Telekom kleiner als ein 1-Cent-Stück ist und dann mittels der Near Field Communication (NFC) Technologie über ein elektromagnetisches Feld mit der Kasse des jeweiligen Händlers eine verschlüsselte Verbindung aufbaut. Neben der Verschlüsselung sind laut Aussagen deutscher Mobilfunkanbieter noch weitere Sicherungsmaßnahmen wie spezielle UICC-Sim Karten geplant, auf denen Sicherheitszertifikate gespeichert würden.
2012 wäre NFC in Deutschland einsatzfähig – Akzeptanz potenzieller Kunden offenbar hoch
Das Jahr 2012 wird von den Mobilfunkbetreibern offenbar als Ziel ausgegeben, die NFC-Technologie auch hierzulande einzuführen, wobei bis dahin entsprechend viele Smartphones mit diesem Funktionszusatz auf dem Markt sein müssten. Die Bereitschaft einer Zahlung über das Handy scheint in Deutschland jedenfalls vorhanden, zu sein, wie eine Studie von Wirtschaftsinformatikern der Universität Augsburg zeigt. Demnach wären bei Beträgen unter 25 Euro bis zu 40% der Befragten bereit, mit dem Handy eine bargeldlose Zahlung vorzunehmen, wobei sowohl die Giro-Card (22%) als auch die klassische Kreditkarte (19%) weit eingeholt wären. Es bleibt nun abzuwarten, wie sich diese neue Technik entwickelt und ob die Kunden sie bei Marktreife dann auch annehmen.
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