Commerzbank-Vorstand hält Kredite in Deutschland für zu preiswert
20.06.2010 - Commerzbank-Vorstand hält Kredite in Deutschland für zu preiswert
Dass die Kreditzinsen momentan in Deutschland recht gut sind, wissen die meisten Verbraucher wahrscheinlich inzwischen. Lange genug wird es den Kreditnehmern schließlich mittlerweile eingetrichtert in den bekannten Fachportalen und -magazinen. Ein 50-Jahrestief bei den Zinssätzen erlebt man aber nun einmal auch nicht alle Tage und so ist es sehr gut nachvollziehbar, dass sich mancher Verbraucher dieser Tage überlegt, ob sich das Eigenheim nicht doch noch finanzieren lässt angesichts der günstigen Zinskonditionen in der deutschen Bankenlandschaft.
Von durchaus positiven Bedingungen will man aber zumindest in der Branche selbst nichts wissen. Insbesondere die ohnehin oft unterschwellig brodelnden Konflikte zwischen den Privatbanken in Deutschland und den öffentlich-rechtlichen Instituten kommen aktuell verstärkt ans Tageslicht. Zum Beispiel dann, wenn Markus Beumer, seines Zeichens Vorstand bei der Commerzbank, öffentlich Stellung gegen die derzeitige Kreditsituation auf dem Markt wettert. Momentan, so Beumer, befinde sich die Branche in einem regelrechten Preiskampf, der in den vergangenen Monaten zunehmend dazu geführt habe, dass die Gewinnmargen bei der Kreditvergabe schrittweise gesunken seien. Als Verantwortlicher für das Geschäft mit den Vertretern des Mittelstandes bei Deutschlands zweitgrößter Privatbank hält Beumer die weiterhin anhaltenden Entwicklungen in der jetzigen Phase des Kreditmarktes regelrecht für unverständlich.
Öffentlich-Rechtlich Banken üben verstärkt Druck auf den Markt aus
Zwar habe man zuletzt eine Stabilisierung des Kreditgeschäfts beobachten können. Im Grunde sei der Trend aber widersinnig, denn das Niveau besagter Stabilisierung sei nach Datenlage bei der Europäischen Zentralbank doch eher gering. Beumer hat für sich die öffentlich-rechtlichen Institute als Auslöser des zunehmenden Zins-Dumpings ausgemacht. Vor allem die Landesbanken sieht der Experte als Verursacher der Veränderungen im Zinsbereich. Und das, obwohl diese Vorgehensweise unbegründet ist. Denn in Zeiten einer eher geringen Kreditvergabe ist es nicht unbedingt logisch, Kunden mit Niedrigzinsen zu locken. Nicht zuletzt auch vor dem Hintergrund, dass Analysten davon überzeugt sind, dass diese Rahmenbedingungen auch in der Zukunft zunächst einmal Bestand haben werden.
Und auch die Erwartungen hinsichtlich möglicher steigender Anforderungen an die Banken im Bereich der Eigenkapitalversorgung ließen eher vermuten, dass Kreditnehmer mehr für Darlehen bezahlen müssten. In der Realität seien die Kredite aber für die Unternehmen weiterhin preiswerter geworden. Verglichen mit anderen Ländern ist die Kreditversorgung zu günstig. Zukünftig könnte einer Verschärfung dieser Zustände erneut dazu führen, dass Probleme auf dem Kreditmarkt entstehen. Zumindest bei den privaten Instituten könnte nach Beumers Auffassung am Ende eine erneute Kreditklemme stehen. Korrekturvorschläge sind derzeit jedoch eher Mangelware.
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