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Bankexperten warnen vor Folgen neuer Eigenkapitalregeln

07.09.2010 - Bankexperten warnen vor Folgen neuer Eigenkapitalregeln


In Basel wird heute über neue Finanzierungsregeln für die Banken beraten, wobei schon bei den vergangenen Treffen der Regulierer einige Pläne ausgearbeitet wurden, die die Banken alarmiert haben. Pünktlich zum neuen Termin haben sich jedoch die Experten einiger Banken und Sparkassen hierzulande geäußert und ihre Befürchtungen im Zusammenhang mit den geplanten Regelungen veröffentlicht. So könnte sich laut einem Positionspapier des Deutschen Sparkassen- und Giroverbands (DSGV) das Kreditangebot der Sparkassen durch die geplanten Änderungen um bis zu 200 Milliarden Euro verringern, wobei vor allem langfristige Kredite betroffen seien, hieß es weiter.

Banken müssen künftig wesentlich mehr Eigenkapital nachhalten

Die Planungen der Regulierer stehen zwar noch nicht zu 100 Prozent fest, aber man ist allgemein der Ansicht, dass die Banken künftig mehr Eigenkapital für ihre Geschäfte nachhalten müssen. Dabei warnt auch der stellvertretende Geschäftsführer des Bundesverbandes deutscher Banken (BdB), Hans-Joachim Massenberg, vor zu strengen Regelungen und plädiert für lange Übergangsfristen, damit die Banken sich auf die neue Situation einstellen können. Würden die Maßnahmen sofort in vollem Umfang umgesetzt, könnte es zu einem Kapitalbedarf von 105 Milliarden Euro bei den 10 größten Banken in Deutschland kommen, hieß es weiter.

Unternehmen und auch Privatleute wären von der Kreditklemme betroffen

Im Positionspapier des Deutschen Sparkassen- und Giroverbands (DSGV) wird auch über die konkret möglichen Folgen der neuen Regelungen gesprochen, denn die Banken wären durch die neuen Eigenkapitalregelungen gezwungen, wesentlich mehr kurzfristiges Kapital zur Verfügung zu stellen, um beispielsweise kurzfristige Einlagen der Kunden auszahlen zu können. Dies würde die Langfristkultur im deutschen Finanzsystem gefährden, zumal es sehr schwierig würde, Mittelständlern ausreichende Kredite zur Verfügung zu stellen. Darüber hinaus seien auch langfristige Privatkredite wie Baufinanzierungen mit langen Zinsfestschreibungen kaum mehr realisierbar, hieß es weiter. 

Es gibt auch andere Stimmen zu den geplanten Veränderungen

Auch wenn viele Mitglieder der einzelnen Verbände Probleme bei den neuen Änderungen sehen, gibt es durchaus Experten, die diese für schlicht notwendig und vernünftig halten. So sagt der Bankenprofessor Thomas Hartmann-Wendels aus Köln, dass die Banken mit passenden Übergangsfristen keinerlei Probleme haben dürften, sich auf die neue Situation einzustellen. Es bleibt nun abzuwarten, wie die neuen Finanzierungsregeln letztlich ausfallen, aber es dürfte klar sein, dass der Streit um die Umsetzung auf jeden Fall noch weiter gehen wird.      

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