Bankenverbände können sich mit Gebührenplänen der Sparkassen anfreunden
23.03.2010 - Bankenverbände können sich mit Gebührenplänen der Sparkassen anfreundenMedial hätten Reaktionen auf die Gebühren für die Nutzung von Fremdautomaten kaum umfangreicher ausfallen können. Dass es bei den Banken und Sparkassen nicht gerade mit Freude wahrgenommen wird, wenn die Kunden gegen die ihnen angelasteten Gebühren Sturm laufen und dabei auch noch von Verbraucherschützern und Medien zugleich unterstützt werden, liegt auf der Hand. Denn die Berichterstattung über die deutsche Bankenbranche ist derzeit ohnehin nicht unbedingt die beste. Und so verwundert es auch nicht wirklich, dass gerade die stets auf ihren guten Ruf bedachten Sparkassen zügig an der Umsetzung eines Gebührenkonzeptes arbeiteten. Mit diesem neuen transparenten Modell für die Gebührenerhebung wollen die Sparkassen und Volksbanken – wir berichteten bereits an dieser Stelle über die Pläne und Ankündigungen – wieder Ruhe in die Debatten bringen.
Nun scheint es so, als würden sich auch die anderen Banken im Lande mit Änderungen einverstanden erklären. Das jedenfalls lassen die Meldungen vom gestrigen Abend aus dem Umfeld des Zentralen Kreditausschusses mutmaßen. Im Anschluss an eine Sitzung des ZKA hieß es in der Bundeshauptstadt, auch die anderen vier der insgesamt fünf Bundesverbände der deutschen Bankenbranche könnten sich die Umsetzung der vom Sparkassen- und Giroverband angekündigten Eckpunkte des neuen und für die Kunden faireren Gebührensystems durchaus vorstellen. Dies ließ ein Sprecher des DSGV schon kurz nach den Gesprächen zwischen den Spitzenverbänden verlauten. Inwieweit es sich bei der Gesprächsbereitschaft um Einsicht oder doch eher vorauseilenden Gehorsam der Verbände handelt, kann nur spekuliert werden.
Kartellamt soll vor Veröffentlichung informiert werden
Für die Kunden selbst spielt der Grund für die Ankündigung weiterer Überlegungen zur Korrektur der bisherigen Gebühren aber kaum eine Rolle. Die Zusage, man wolle die Gebühren auch langfristig senken, wird für die meisten Verbraucher der einzig wesentliche Aspekt der Berichte sein. Wie genau die besagten Eckpunkte aussehen sollen, dazu äußert man sich bei den Verantwortlichen aber auch weiterhin nicht. Erst einmal will man die einzelnen Aspekte im stillen Kämmerlein miteinander diskutieren, um gemeinsame Lösungsansätze zu finden. Sind diese gefunden, sollen sie zeitnah dem Bundeskartellamt vorgelegt werden. Denn dort prüft man derzeit, inwieweit die nach wie vor erhobenen Automatengebühren mit dem deutschen Wettbewerbsrecht in Einklang gebracht werden können.
Klare Aussagen von außerhalb bezüglich der Gebührenhöhe gibt es bereits. Während die FDP von den Banken fordert, die Kosten für die Abhebung an den Automaten fremder Institute auf höchstens sieben Euro zu beschränken, gehen die Verbraucherschützer und die SPD noch ein gutes Stück weiter. Dort macht man sich für einen Höchstbetrag von nur zwei Euro stark, wenn Bankkunden nicht am Automaten der eigenen Hausbank Geld abheben. Des Weiteren spricht man sich in der Politik dafür aus, den Wettbewerb zwischen den Banken in den verschiedenen Verbänden weiter anzuregen, um auf diese Weise die Position der Bankkunden zu verbessern.
Anzeigen
Newsletter
Ratenkredit-Anbieter.de Newsletter informiert
über: