Banken zieren sich bei der Vergabe von KfW-Krediten
22.01.2010 - Banken zieren sich bei der Vergabe von KfW-KreditenKredite von der staatlichen Förderbank KfW sind begehrt. Sie zeichnen sich durch ihre günstigen Konditionen aus und richten sich vor allem an Häuslebauer und -besitzer, die energieeffizient planen oder renovieren. Das Problem: Verbraucher können den Kredit nicht direkt bei der KfW-Bank beantragen, sondern müssen den Umweg über die Hausbank oder ein anderes Kreditinstitut gehen. Das sollte an sich kein Hindernis sein, wären da nicht die Bedingungen, die viele Banken an die Vergabe eines KfW-Darlehens knüpfen.
Die Zeitschrift Finanztest hat den Versuch gewagt und bei 133 Banken nachgefragt. Das Ergebnis: Von 133 Kreditinstituten vergeben nur zehn regionale Sparkassen und Genossenschaftsbanken das zinsgünstige Darlehen ohne Wenn und Aber. Bei allen anderen Banken gibt es mehr oder weniger hohe Hürden, damit der Kredit der Förderbank überhaupt beantragt werden kann. In der Regel wird ein Mindestbetrag vorausgesetzt. Mit 5.000 Euro liegen die Postbank und die BBBank am unteren Ende der Skala und werden von Finanztest als am „kundenfreundlichsten“ bezeichnet. Andere Kreditinstitute verlangen, dass mindestens 25.000 Euro aufgenommen werden. Für viele, die einfach nur renovieren möchten und weit weniger Geld benötigen, wird das Darlehen damit uninteressant.
Das gilt auch, wenn der KfW-Kredit nur gewährt wird, wenn der Bauherr zusätzlich einen Immobilienkredit der Bank aufnimmt. Ein weiterer Haken: Einige Banken setzen voraus, dass der Kredit im Grundbuch abgesichert wird. Damit entstehen weitere Kosten. Da die Kreditinstitute nicht dazu verpflichtet sind, die Darlehen der KfW-Bank zu vermitteln, ist es am Kunden, den für ihn günstigsten Weg zu finden.
Ganz auf einen Förderkredit zu verzichten, weil die Bank sich ziert, wäre die falsche Entscheidung. Denn es lohnt sich durchaus, die KfW-Bank für eine Immobilienfinanzierung in Anspruch zu nehmen. Es gibt mehrere Programme mit unterschiedlichen hohen Kreditsummen. Bis zu 75.000 Euro sind möglich, wenn energieeffizient saniert wird. Das Programm „Energieeffizient Bauen“ ist bis maximal 50.000 Euro ausgelegt. Wichtig ist, sich früh genug um ein Darlehen zu bemühen. Denn es fließt nur solange Geld, bis die Fördertöpfe leer sind.
Um wie viel günstiger das Darlehen ist, zeigt eine Beispielrechnung. Bei 40.000 Euro und einer Laufzeit von zehn Jahren spart man mit dem KfW-Kredit für energieeffizientes Sanieren derzeit 1,41 Prozent gegenüber der Hausbank mit fünf Prozent stolze 15.063 Euro.
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