Banken brauchen weniger Staatshilfe
27.05.2010 - Banken brauchen weniger Staatshilfe
Im Zuge der Finanzkrise sind viele Kreditinstitute in finanzielle Bedrängnis geraten. Um diese Banken vor einem Zusammenbruch zu retten, haben sich viele europäischen Staaten dazu entschlossen, den angeschlagenen Banken unter die Arme zu greifen. Dazu haben die Banken europaweit staatliche Hilfe erhalten.
Im Laufe des vergangenen Jahres konnten die europäischen Staaten ihre Krisenhilfe für den Bankensektor aber deutlich zurückfahren. Zu Beginn des Jahres 2009 mussten die Kreditinstitute noch 30 Prozent ihrer am Kapitalmarkt aufgenommenen Gelder zu Finanzierungszwecken mit Staatsgarantien absichern. Zum Ende des Jahres 2009 mussten dagegen nur noch vier Prozent der aufgenommenen Gelder mit Staatsgarantien abgesichert werden. Nach Aussage von EU-Wettbewerbskommissar Joaquin Almunia sei dieser Rückgang ein Hinweis dafür, dass der Finanzsektor nach der Krise wieder zur Normalität zurückkehre.
Deutsche Banken vor Zusammenbruch bewahrt
Auch in Deutschland standen in Folge der Finanzkrise einige Banken vor dem Aus. Prominentester Vertreter dieser Banken war in Deutschland die Commerzbank. Hier musste der Staat eingreifen, um eine Pleite zu verhindern. Noch schlechter erging es der bayrischen Immobilienbank Hypo Real Estate. Neben diesen Banken benötigten auch fast alle Landesbanken zum Überleben staatliche Hilfen.
Europaweit Rettungsschirme eingeführt
Insgesamt haben 19 europäische Staaten Rettungsschirme für ihre Banken eingeführt. In Deutschland wird diese Aufgabe vom Rettungsfonds SoFFin (Sonderfonds Finanzmarktstabilisierung) übernommen. Die vom SoFFin ausgeschütteten Stabilisierungshilfen für Banken haben bislang ein Volumen von 172,5 Mrd. Euro erreicht. Diese Summe wurde an zehn Kreditinstitute verteilt.
Während der Krise genehmigte die EU-Kommission insgesamt Garantien und staatliche Hilfen im Umfang von 4131 Mrd. Euro. Von dieser Summe seien 30 Prozent benötigt worden, um schwächelnde Banken vor einem Zusammenbruch zu bewahren. Dies entspricht Ausgaben in Höhe von 1235 Mrd. Euro. Davon entfielen wiederum 993 Mrd. Euro auf Garantien. Die restlichen 241 Mrd. Euro wurden den Banken zum Zwecke der Rekapitalisierung zugeführt.
Inzwischen hat sich die Lage in Frankreich, Italien und Großbritannien soweit entspannt, dass die Länder planen, Staatsgarantien für angeschlagene Bankhäuser demnächst auslaufen zu lassen. Sollte sich Deutschland entschließen den SoFFin über den 30. Juni hinaus aufrecht zu erhalten, würden die Kreditinstitute für dessen Garantien zukünftig höhere Gebühren entrichten müssen.
Umstrukturierung von Banken
Bei kriselnden Banken, deren Geschäftsmodell deutliche Schwachstellen aufweist, sollen grundlegende Umstrukturierungen vorgenommen werden, damit staatliche Hilfen zukünftig überflüssig werden. Seit Beginn der Krise überprüften die europäischen Wettbewerbshüter derartige Pläne für 40 Kreditinstitute. Bislang wurden aber erst für 13 Banken Umstrukturierungspläne genehmigt.
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