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Bank hilft Griechenland Haushaltskrise zu verstecken

15.02.2010 - Bank hilft Griechenland Haushaltskrise zu verstecken


Gerade erst wurde bekannt, wie dramatisch die wirtschaftliche Situation in Griechenland wirklich ist. Dar südeuropäische Staat steht kurz vor einem finanziellen Kollaps. Finanzexperten befürchten daher eine Destabilisierung für den gesamten europäischen Währungsraum. Jetzt wurde bekannt, wie es Griechenland so lange gelingen konnte, seine eklatante Haushaltskrise vor den restlichen Mitgliedsstaaten der europäischen Union geheim zu halten. Dafür bediente sich der griechische Staat der Unterstützung der renommierten amerikanischen Bankinstituts Goldman-Sachs.
Wie jetzt heraus kam, hatte das Finanzinstitut über viele Jahre hinweg dem südeuropäischen Staat dabei geholfen, die Stabilitätskriterien der Eurozone zu umgehen. Kurz nach dem Beitritt Griechenlands zur Eurozone im Jahr 2001 vergab Goldman-Sachs einen Kredit in Milliardenhöhe an die Griechen. Dieser Kredit wurde jedoch niemals öffentlich, um die Zulassung Griechenland zur Eurozone nicht zu gefährden. Stattdessen wurde diese Kreditvergabe als Devisenkauf getarnt. Die Kreditsumme tauchte nicht als Schulden in der Haushaltsbilanz auf, so dass es Griechenland möglich war, seine Haushaltbilanz durch den Einsatz von Devisengeschäften zu schönen. Durch diese Transaktionen hat Goldman Sachs dazu beigetragen, dass die Griechen dem Anschein nach die Defizitvorgaben der Eurozone erfüllen können. Als Gegenleistung für diesen getarnten Kredit habe Griechenland zukünftige Staatseinnahmen an die Bank abgetreten. Einnahmen aus der Lotteriegesellschaft oder Flughafengebühren wurden von Griechenland auf Jahre hinaus verpfändet. Insgesamt soll die Bank Goldman-Sachs bis zu 300 Millionen Dollar an diesem Kreditgeschäft verdient haben. Darüber hinaus wird angenommen, dass neben Goldman-Sachs noch weitere Bankinstitute an derartigen Devisengeschäften beteiligt waren.
Sogar als sich die Haushaltskrise in Griechenland immer weiter zuspitzte, unternahmen die Banker einen letzten Versuch, Griechenland von einer Offenlegung ihrer Haushaltskrise abzubringen. Im November des vergangenen Jahres fuhr eine Delegation von Goldman-Sachs in die griechische Hauptstadt Athen, um den in Bedrängnis geratenen Regierungsvertretern einen letzten Ausweg aufzuzeigen. Das amerikanische Bankhaus hatte ein Konzept ausgearbeitet, welches vorsah, die Fälligkeit der Schulden des griechischen Gesundheitssystems in einen späteren Zeitraum zu verlagern. Auf dieses Angebot wollte die Regierung in Athen jedoch nicht mehr eingehen.
Nach jahrelanger Vertuschung seiner wirtschaftlichen Probleme, heißt es nun für Griechenland sich seiner Verantwortung zu stellen. Dazu bedarf es der schnellstmöglichen Umsetzung eines massiven Sparkurses, um den griechischen Staatshaushalt wieder auf Kurs zu bringen. Das von der EU-Kommission auferlegte Sparprogramm sieht Gehaltskürzungen und Steuererhöhungen für die Griechen vor. So will die Europäische Union sicherstellen, dass Griechenland diesmal seine Haushaltskonsolidierung korrekt umsetzt, um eine weitere Beschädigung  der Gemeinschaftswährung zu verhindern.

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