Ackermann fordert erneut Ausarbeitung eines Rettungsfonds für Banken
31.01.2010 - Ackermann fordert erneut Ausarbeitung eines Rettungsfonds für BankenEr ist bekannt dafür, kein Blatt vor den Mund zu nehmen und gerne auch mal Dinge auszusprechen, die andere Vertreter seiner Branche nicht einmal zu denken wagen. Während die Medienberichte über die Zahlung von insgesamt etwa zwei Milliarden US-Dollar als Garantieboni in den Jahren 2008 und 2009 an insgesamt 500 ehemalige Mitarbeiter der inzwischen insolventen Bank Lehman Brothers bei den Anlegern weltweit auf Unverständnis oder gar Fassungslosigkeit stoßen, fordert Josef Ackermann einmal mehr die Schaffung eines Rettungsfonds für die so genannten Großbanken.
Seine Forderungen beziehen sich darauf, dass die gesamte Branche einen größeren eigenen Anteil an der Bewältigungsarbeit infolge der Wirtschaftskrise erbringen müsse als bisher. Damit soll aus Sicht des Deutsche Bank-Chefs zukünftig verhindert werden, dass es zu erneuten Krise mit derartigem Ausmaß kommen kann. In seiner Rolle als Chef der IFF, der internationalen Bankenvereinigung, machte sich Ackermann beim Weltwirtschaftsforum in Davos erneut für den Fonds stark. Sein Plan sieht vor, dass die europäischen Regierungen und die Großbanken gemeinsam einen kontinentalen Fonds einrichten.
Hilfe bei Rettung und vor allem Abwicklung maroder Institute
Dieser ist dazu gedacht, Banken in Schieflage abzufangen. In ausweglosen Situationen könnte der Rettungsfonds auch als Abwickler für das betreffende Institut dienen. Frühzeitig forderte Ackermann in diesem Punkt, dass der Löwenanteil des Kapitals aus dem Bankensektor selbst kommen müsse. Damit begegnet der Manager auch den zuletzt geäußerten Kritiken, als er sein Modell Ende des vergangenen Jahres in Deutschland vorgestellt hatte. Für Kritiker stand fest: Noch mehr Geld dürfe von den Staaten nicht zum Wohle der Banken ausgegeben werden. Diese Position vertritt auch die Bundesregierung.
Woher die Mittel für die Befüllung des Fonds kommen sollen, steht auch bereits fest, obwohl sonst kaum Formalitäten bekannt sind. Die inzwischen wieder erzielten Gewinne der Banken sollen zu diesem Zwecke verwendet werden. So sieht Bundeswirtschaftsminister Brüderle für einen solchen – durchaus notwendigen – Ansatz einzig die Banken in einer Art Bringschuld. Der Staat habe bereits genug ausgegeben in dieser Sache.
Angst vor staatlichen Sanktionen?
Ein wesentliches Argument für den Chef der Deutschen Bank bezüglich der Schaffung des Fonds besteht darin, dass die Banken im Grunde kaum eine Alternative hätten. Sollten sie nicht selbst entscheidende Schritte in Angriff nehmen, besteht aus Sicht Ackermanns die berechtigte Gefahr, dass die Politik wiederholt Maßnahmen zur Stabilisierung des Bankensektors ergreifen könnte, ohne die Banken in die Regelungen und Konzepte zu involvieren.
Solche staatlichen Interventionen könnten die Banken am Ende nicht nur in finanzieller Hinsicht deutlich teuerer zu stehen kommen. Schwer tun sich mit einer gemeinschaftlichen internationalen Regelung für mehr Stabilität der Banken vor allem die so genannten Investmentbanken. Insbesondere in den USA regt sich Widerstand gegen mögliche stärkere staatliche Reglementierungen der Branche. Die Suche nach einer einheitlichen Lösung wird also ebenso langwierig wie kompliziert sein.
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