Sie sind hier: ratenkredit-anbieter.de > Ratenkredit Vergleich > Forward-Darlehen Mittwoch, den 29. März 2017

Forward-Darlehen

Der Kredit in der Zukunft


Vorhersagen zu können, wie sich die Zinsen für Immobilienfinanzierungen künftig entwickeln, ist und bleibt ein Wunschtraum. Möglich ist hingegen, sich aktuell niedrige Zinsen für die Zukunft zu sichern, indem man sie festschreiben lässt. Das funktioniert mit einem sogenannten Forward-Darlehen, das 1996 entwickelt wurde und Bauherren erlaubt, vorausschauend zu planen – allerdings verbunden mit gewissen Risiken.

Das Prinzip

Ein Forward-Darlehen ist, entsprechend der Übersetzung des Begriffs, ein nach vorne gerichteter Kredit. Der Vertrag wird in der Gegenwart abgeschlossen, beginnt aber erst in der Zukunft. Möglich sind bei dieser Variante des Annuitätendarlehens Zeitspannen von bis zu 60 Monaten, also von maximal fünf Jahren, ehe der Kredit zur Auszahlung kommt. Dahinter steht der Wunsch, günstige Konditionen quasi „einfrieren“ und „mitnehmen“ zu können, um Schwankungen auf dem Kreditmarkt zu umgehen und für ein wenig Planungssicherheit zu sorgen. Bauherren, die sich in zwei oder drei Jahren um eine Anschlussfinanzierung bemühen müssen oder ihr Bauvorhaben nicht sofort umsetzen wollen bzw. können, haben auf diese Weise die Möglichkeit, von den aktuellen Konditionen zu profitieren, ohne das Darlehen sofort in Anspruch nehmen zu müssen. Sinn macht ein Forward-Darlehen allerdings nur, wenn sich das Zinsniveau auf einem niedrigen Level bewegt und davon auszugehen ist, dass es demnächst wieder anziehen wird. Denn der Kreditvertrag ist bindend.

Die Kosten

Während der Vorlaufzeit werden zwar keine Zinsen oder sonstigen Gebühren in Rechnung gestellt. Dafür erheben Baufinanzierer einen Obolus dafür, dass sie ihren Kunden Zinssicherheit gewähren – in Form eines Zinsaufschlags. Wie hoch dieser Aufschlag ist, hängt von der vereinbarten Zinsbindung, der Vorlaufzeit und den gängigen Marktzinsen ab. Diese Kosten müssen bei der Planung berücksichtigt werden. Für das Jahr 2005 hat die Stiftung Warentest einen Durchschnittswert von 0,74 Prozent ermittelt, wenn das Forward-Darlehen in drei Jahren beginnen soll und die Zinsen für zehn Jahre festgeschrieben werden. Dieser Satz wird auf den vereinbarten Zinssatz aufgeschlagen.

Die Risiken

Das Problem, die Zinsentwicklung nicht vorhersagen zu können, greift selbstredend auch bei einem Forward-Darlehen. Daraus ergeben sich gewisse Risiken. Denn im Grunde genommen gleicht das Vorgehen einer Wette. Sie geht nur auf, wenn die Zinsen tatsächlich steigen. Verharren sie weitgehend auf dem gleichen Niveau oder sacken gar weiter ab, wird das Forward-Darlehen teuer – auch aufgrund des Zinsaufschlags. Das Risiko, in ein paar Jahren mehr bezahlen zu müssen, als es jetzt der Fall ist, besteht allerdings bei allen Krediten. Der Vorteil beim Forward-Darlehen: Man kann selbst aktiv werden, was sich bei einem absoluten Zinstief wie nach der Finanz- und Wirtschaftskrise durchaus anbietet. Letztlich kommt es immer darauf an, wann das Geld benötigt wird und wie sich die Marktlage darstellt.

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