Baufinanzierung mit Förderung durch die KfW
Staatliche Förderung im Bereich der Baufinanzierung blickt in Deutschland bereits auf eine lange Tradition zurück, die nicht erst durch die große Welle der Eigenheimerrichtung ihren Anfang gefunden hat. Früher war es vor allem die so genannte Eigenheimzulage, die Bauherren wirtschaftlich unter die Arme greifen konnte. Bedingt durch das Gesetzes zur Abschaffung der Eigenheimzulage, das bereits zum Jahreswechsel 2005/2006 in Kraft getreten ist, steht diese Förderung für Bauherren nur dann zur Verfügung, wenn der notarielle Kaufvertrag zum Immobilienerwerb bereits vor dem Stichtag 01.01.2006 in Kraft getreten ist. Mittel und Wege, sich Zuschüsse vom Staat zu sicheren, gibt es jedoch gerade in den letzten Jahren in zunehmendem Umfang.
Gerade heutzutage gehen Baufinanzierung und Förderung sozusagen Hand in Hand. Denn der Gesetzgeber hat die Baufinanzierung und Förderung nicht nur als Weg erkannt, den Bürgern verbesserte Möglichkeiten zum Bau oder Erwerb von Wohnimmobilien zu bieten, sondern auch damit auf diese Weise aktiv für die eigene Altersvorsorge gesorgt werden kann. Schließlich ist Wohneigentum nicht nur ausgesprochen krisensicher, es ist auch der wohl beste Ansatz, um sich für die Zeit nach dem Berufsleben finanziell abzusichern ohne monatliche Mietbelastungen.
Fördermittel als Anreiz für umweltgerechtes Bauen und Modernisieren
Für den Staat sind die Förderprogramme jedoch noch aus einem anderen Grund ein wichtiger Ansatz, der durch zahlreiche Vergünstigungen, die Förderung durch die staatliche Förderbank KfW und andere staatliche Fördermaßnahmen für die Verbraucher interessante Möglichkeiten bieten kann. Denn mithilfe der Förderungsansätze bietet der Staat Bauherren und –Damen zudem Anreize, ökologisch sinnvolle und energiesparende Baumaßnahmen beim Hausbau vorzunehmen, die im Rahmen der eigenständigen Baufinanzierung ohne staatliche Förderung der hohen Extrakosten wegen kaum finanzierbar wären für die Hausbesitzer von Morgen. Fördermodelle gibt es zudem auch für Immobilienbesitzer, die ihre Häuser und Wohnungen endlich einer umfassenden Modernisierung unterziehen möchten, um Energie zu sparen und somit vor allem auch langfristig bares Geld sparen zu können.
Im Folgenden soll es an dieser Stelle um einige Fördermöglichkeiten gehen, die sich in Deutschland von den privaten Verbrauchern nutzen lassen, um die eigenen Baukosten zu reduzieren und somit im Bestfall die Ratenbelastungen und mitsamt der Laufzeit spürbar zu senken. Einige wenige Modelle können hier nur aufgeführt werden, denn insgesamt bieten sich auf Bundes-, Landes-, und Kommunenebene sowie bei privaten Förderern inzwischen mehrere Tausend verschiedene Ansätze, um sich bei der Baufinanzierung mit Mitteln für Neubau, Sanierung und Modernisierung auszustatten.
Förderung durch die KfW
Hinter dem Kürzel KfW verbirgt sich die Förderbank der deutschen Wirtschaft und Entwicklungsbank für die Transformations- und Entwicklungsländer. Die KfW hält für die Verbraucher verschiedene günstige Fördermaßnahmen bereit, die bei der Baufinanzierung eine große Hilfe sein können. Ob Neubau, Modernisierung oder Energiespar-Maßnahmen – die Förderbank steht in allen Bereichen mit Rat und Tat zur Seite.
So gibt es etwa das so genannte Wohneigentumsprogramm. Hierbei sind die Anforderungen für den Erhalt der Förderungen unter Berücksichtigung einiger wesentlicher Kriterien überschaubar. Halten die Gebäude etwa als Passivhaus oder als Effizienzhaus nach der Definition der KfW vorgeschriebene Energiewerte ein, ist die Finanzierung über das KfW-Fördermodell Energieeffizient Bauen realisierbar. Alternativ dazu kann auch das Programm mit dem Namen „Erneuerbare Energien – Standard“ zusätzliche interessante Möglichkeiten bieten. Dank dieses Modells können Bauherren finanzielle Schützenhilfe für die Integration von Photovoltaik-Anlagen zur Energiegewinnung erhalten.
Förderung beim Kauf von Immobilien
Nicht nur beim Neubau sind bei der KfW Programme ins Leben gerufen worden. So können Käufer von Immobilien ebenfalls in den Genuss von Förderungen kommen. Wichtigste Voraussetzung für den Bezug von Fördermitteln ist diesbezüglich die Tatsache, dass die erworbene Immobilie – hier ist eine Parallele zur Neubau-Förderung erkennbar – die üblichen KfW-Effizienzhaus-Anforderungen erfüllen kann. Doch dies ist im Falle des Ersterwerbs nicht die einzige Chance auf finanzielle Beihilfe beim Immobilienerwerb. Sollte das Wohneigentum infolge einer so genannten energetischen Sanierung erstanden werden, besteht zusätzlich die Möglichkeit einer Förderung im Rahmen des KfW-Programmes mit dem Titel „Energieeffizient Sanieren“. Dieses Modell richtet sich insbesondere an solche Immobilien, deren Bauanzeige oder –Antrag bereits vor dem Stichtag 01.01.1995 erfolgte. Vorgesehen im Rahmen dieser speziellen KfW-Förderung sind unter anderem Sanierungsmaßnahmen zur verbesserten Wärmedämmung (unter anderem vorgesehen: neue Fenster, Fassadensanierung, Dachsanierung, Erneuerung von Heizsystemen).
Förderung bei Modernisierung, Sanierung und barrierefreier Umbauten
Wer als Verbraucher Modernisierungskonzepte umzusetzen gedenkt, kann ebenfalls Unterstützung von der staatlichen Förderbank KfW erhalten. Hierbei sind keineswegs ausschließlich solche Maßnahmen vorgesehen, die zu einer Senkung des Energiebedarfs führen. Auch die Instandsetzung von Wohnraum sowie verschiedene Umbaumaßnahmen sind als Bestand der KfW-Förderangebote vorgesehen. Ein wesentliches Programm ist beispielsweise das Angebot „Wohnraum Modernisieren - Altersgerecht Umbauen“. Wie der Name bereits erkennen lässt, geht es dabei um Umbaumaßnahmen im Wohnraum, um selbigen für die Bewohner langfristig bis ins hohe Alter bewohnbar zu machen. Bedingung für den Erhalt der Fördermittel ist ein zeitnaher und direkter Beginn der Sanierungs- oder Modernisierungsarbeiten nach dem Immobilienerwerb.
Zuschüsse zur Sanierung
Gerade bei der Sanierung unter modernen ökologischen Gesichtspunkten gibt es gute Möglichkeiten für die KfW-Interessenten. Bis zu 50.000 Euro kann der Zuschuss der Förderbank bei der Altbausanierung betragen, wenn durch die Arbeiten ein deutlicher Rückgang der CO2-Ausstöße im Altbau erreicht wird. Ähnliche Rahmenbedingungen gelten für das „Öko-Plus“ Programm. Dieses Modell ist für Sanierungen wie als Dämmarbeiten an den Fassaden, Wänden und Dächern gedacht. Ebenso gehören Heizungseinbauten mit erneuerbaren Energien in diesen Bereich. Bis zu 50.000 Euro können Verbraucher von KfW auch erhalten, wenn sie sich für ihr Eigenheim zugunsten einer Solarstrom-Technologie entscheiden. Möglich ist eine KfW-Förderung auch dann, wenn bereits existierende Anlagen modernisiert oder aufgerüstet werden sollen.
Vorteile der KfW-Leistungen für die Bauherren bei der Immobilienfinanzierung
Wie bereits eingangs erwähnt, können die Programme vor allem dann ihre volle Wirkung für die Verbraucher entfalten, wenn sie als Bestandteil von Finanzierungen integriert werden. In diesen Fällen sind vielfach ausgesprochen günstige Konditionen beim Baugeld erzielbar. Denn bei der Aufnahme eines Baukredites macht sich der Bonus der KfW ähnlich wie ein ordentliches Maß an Eigenkapital bemerkbar. Somit lassen sich die Zinsen mitunter erheblich senken, wenn eine solche Förderung durch die KfW vorliegt. So können die günstigen Förderkredite in besonderer Weise bei hohen Investitionssummen gute Zins-Ergebnisse verschaffen.
Viele Banken offerieren ihrerseits Kreditmodelle, die in Zusammenarbeit mit der KfW entwickelt und gewährt werden. In diesen Fällen können die Zinsbedingungen im Einzelnen noch besser ausfallen, weil die Banken von den KfW zusätzliche Vergütungen erhalten, die als Risikoprämie für mögliche Kreditausfälle eingestuft werden kann. So können die KfW-Konditionen sogar noch weiter sinken. Jedoch sollten Verbraucher bei den Banken explizit nach derartigen Angeboten fragen, denn nur die wenigsten Anbieter werben auch direkt mit solch speziellen Finanzierungs-Produkten.
Die Entscheidung zugunsten der verschiedenen Förderprogramme der KfW ist schon allein deshalb nahe liegend, weil die Förderbank einerseits extrem flexibel auf die individuellen Vorhaben der Kunden reagieren kann. Darüber hinaus sind die genauen Konditionen nicht vom Einkommen der Antragsteller abhängig, es handelt sich vielmehr um fixe Konditionen für alle Kunden auf Basis der jeweiligen Vereinbarungen zu Laufzeiten und der Kreditsumme. Die Höchstsumme der KfW-Finanzierung liegt hierbei bei einem Maximum von 100.000 Euro, wobei höchstens 30% von der gesamten Finanzierungssumme auf diesem Wege vorgenommen werden darf.
Bezug der KfW-Fördermaßnahmen als Darlehen
Einen direkten Weg der Verbraucher zum Erhalt der Darlehen der KfW gibt es für die deutschen Verbraucher nicht. Grundsätzlich geht der Umweg stets über die Bank, die von den Bauherren als Finanzierer ausgewählt wird. Auch hier lohnt es sich, mehrere Angebote einzuholen, um möglichst den günstigen Zinssatz zu erzielen. Denn die Konditionen von der KfW werden nicht bei allen Anbietern im gleichen Maße an die Kunden weitergegeben. Im Einzelfall kann ein vormals teureres Kreditangebot nach Einbindung der KfW-Förderung als am Ende doch das bessere Modell zur Immobilienfinanzierung werden. Einmal mehr sei an dieser Stelle betont, dass die Banken in dieser Sache eine nicht unbedingt kleine Motivationshilfe von Kundenseite benötigen. Von selbst bieten die Institute ihren potentiellen Kunden die Modelle aufgrund der zinslichen Konkurrenz zwischen den eigenen Darlehensformen und den KfW-Darlehen meist eher nicht an.
Wohn Riester als Alternative zur KfW-Förderung?
Nachdem der Gesetzgeber in Form der Riester Rente schon vor einigen Jahren ein Modell zur privaten Altersvorsorge geschaffen hat, ist im vergangenen Jahr 2008 eine weitere staatliche Förderung auf den Weg gebracht worden. Der so genannte Wohn Riester soll quasi als Eigenheimrente durch eine hohe staatliche Förderung zum interessantem Modell für die Eigenheimfinanzierung werden. Das Konzept ist bis dato ebenso ambitioniert wie häufig diskutiert. Denn bis heute sind die genauen Bedingungen der Fördermaßnahme für viele Verbraucher relativ undurchschaubar und kompliziert.
Tests der bekannten Verbraucherportale zeigen jedoch inzwischen, dass der Ansatz Wohn Riester bei geschickter Auswahl durchaus seine Vorzüge bieten kann. So sind es insbesondere die Angebote der Bausparkassen, mit dem Sparer gute Aussichten für die Finanzierung für sich nutzen können. Richtig ist jedoch, dass die Richtlinien und Rahmenbedingungen bei der Förderung nach dem Ansatz der Eigenheimrente so umfassend und komplex sind, dass die Bewältigung der Geschäftsbedingungen für die Verbraucher ohne die Hilfe von Experten ausgesprochen zeitintensiv und nicht unbedingt von Erfolg gekrönt ist.
Bedingung für die Nutzung des Wohn Riester ist ein bereits bestehender Sparplan nach dem Modell Riester. Die Zuschuss-Regelungen sind vielfältig. Zu berücksichtigen sind auch hier die unterschiedlichen Stichtage. Die staatliche Förderung bezieht sich auf drei verschiedene Darlehensmodelle. Diese drei Kreditmodelle sind die besagten Bauspar-Kombi-Darlehen, die klassischen Bausparverträge sowie die normalen Formate eines Immobilienkredites. Schon an dieser Stelle ist die individuelle Auswahl Ausschlag gebend für die richtige Auswahl der Wohn Riester-Variante. Nach Einschätzung von Experten ist der Wohn Riester als Fördermodell vor allem für diejenigen Verbraucher interessant und lohnend, die ihre Immobilien selbst bewohnen und über ein eher sicheres, gleich bleibendes monatliches Einkommen verfügen. Letzterer Aspekt bezieht sich vor allem auf die steuerlichen Vorteile der Eigenheimrente. Steuerersparnisse können nun einmal nur dann erzielt werden, wenn tatsächlich Steuern gezahlt werden.
Fazit zu den staatlichen Fördermaßnahmen:
Wer der Auffassung ist, in Deutschland wäre in nicht ausreichendem Maße an die Bedürfnisse der Verbraucher mit dem Ziel des Immobilienerwerbs gedacht, der irrt. Faktisch gibt es etliche Maßnahmen, die vor allem mit Unterstützung der staatlichen Förderbank KfW ergriffen werden können. Die Möglichkeiten sind vielfältig und erlauben einen flexiblen Einsatz der Darlehen basierten Förderungen in den unterschiedlichen Bereichen zwischen Sanierung, Modernisierung und Neubau.
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